Marc-Uwe Kling wurde geboren. Er studierte an der Großen Akademie von Lagado, wie man ein Haus vom Dach her nach unten baut. Er hat über seinen Mitbewohner, ein kommunistisches Känguru, drei kapitalismuskritische Bücher geschrieben, welche sich total gut verkaufen. Außerdem macht er mit seiner Band „Die Gesellschaft“ Reformhauspunk und am Ende muss wieder der Steuerzahler für alles aufkommen. Hey. Ho. Let’s go.
Die Känguru-Bücher gehören zu den wenigen, die ich mir mehrfach zu Gemüte geführt habe. Es macht einfach jedes Mal wieder eine Menge Spaß. Das kann man sogar mögen, wenn man der FDP-Wähler ist. (der hyperbolische Singular ist Absicht)
Gerade die ersten paar Kapitel sind vollgepackt mit Running Gags, die auf die früheren Bücher Bezug nehmen, so dass einem ein Teil des Humors entgeht, wenn man die Vorgänger nicht kennt. Für Neueinsteiger empfiehlt es sich also wirklich die anderen Bücher zuerst zu lesen – es lohnt sich.
Insgesamt gibt es diesmal mehr ungebremste Anprangerung politischer und moralischer Missstände statt politisch angehauchtem Humor. Es gibt mehr Kapitel, in denen sich unverblümte, nicht durch Witz gebrochene Predigt die Bahn bricht als das in Komik verpackte Auf-den-Arm-nehmen von Umweltsündern, Tech-Milliardären, Nazis und CDU-Politkern. Ein paar mehr Anti-Terror-Anschläge des Asozialen Netzwerks hätten dem Buch in meinen Augen sicherlich geholfen. Vielleicht ist das aber auch einfach der Zeit, in der wir leben, geschuldet, dass man aufstehen und seinen Mitmenschen zurufen möchte „Jetzt mal ganz ohne Scheiß Leute, viele Dinge laufen gerade echt schief in der Welt!“
Einmal mehr gilt, dass das Hörbuch definitiv die beste Art ist, um sich die Känguru-Geschichten zu geben.
7 von 10 Sternen, Fans greifen zu, alle anderen hören Probe.
Zum Schluss noch ein Zitat: „Ich hab‘ einfach so viele super Ideen, die keiner brauchen kann.“ – Karl Marx
Ich hatte erst ein bisschen Angst, dass der Autor einfach die ersten paar Känguru-Bücher in diesem Buch recycelt. Und ja, es gibt sehr viele Callbacks zu den anderen Känguru-Geschichten, aber dieser Band enthält auch sehr viel aktuelle Gesellschafts- und Politikkritik. Ich habe es sehr genossen.
Ich könnte sogar den Einkaufszettel dieses Autors lesen und wäre immer noch bestens unterhalten. Den ersten Band dieser Reihe las ich zum ersten Mal mit acht Jahren (viel zu jung für den Großteil der Themen, aber ich würde es nicht anders haben wollen) und habe seitdem jeden Band über 15-20 Mal gelesen. Das ist keine Übertreibung. Ich hörte mir jeden Abend die Hörbücher an, um besser einschlafen zu können, weil mir die Figuren so viel Geborgenheit gaben. Ich kann das Talent und die Kreativität dieses Autors kaum fassen und hoffe, dass er niemals mit dem Schreiben aufhört. Ich habe in meinen 23 Lebensjahren über 500 Bücher gelesen, aber diese werden immer meine absoluten Lieblingsbücher bleiben.