Eine feinfühlige Erkundung der wohl prägendsten Beziehung unseres Lebens, der zu unseren Müttern. Ein bewegend aufrichtiger Roman.
«Mütter prägen uns, auch wenn wir es nicht wollen, sie nisten sich in unseren Köpfen und Herzen ein, flüstern uns zu, schimpfen, trösten, tun es auch noch, wenn sie verstorben sind, tun es selbst dann, wenn wir sie nicht oder kaum kannten. Wir setzen unsere Schritte auf das, was wir dank oder trotz unserer Mütter wurden. Tragen sie darin für immer mit uns», schreibt Lena Gorelik.
Alle meine Mütter erzählt von einer besonderen, oft lebenslang komplexen Beziehung und auch davon, welche Mütter wir selbst zu sein versuchen. Wie wir manchmal scheitern, zweifeln, stolpern. Welche Ängste uns begleiten. Was uns bindet und prägt, was uns abhält. Was es heißt, ungewollt Mutter oder nicht Mutter zu sein, ein Kind anzunehmen, zu verlieren oder nicht loslassen zu können.
Tiefste Liebe, Zweifel, ganz verschiedene Formen von Glück – in der ersten Bindung unseres Lebens tritt der ganze Kosmos menschlicher Beziehungen zutage. Dieses Buch geht alle an.
Das Buch ist so großartig, ich möchte noch nach dem Lesen in Tränen ausbrechen. Lena Gorelik schreibt so wunderbar, feinfühlig, deutlich und eindrücklich, auch brutal über Mutterschaft und Nicht-Mutterschaft, über ihre Kinder, ihre Kindheit, ihre Mutter als Mutter und als eigenständige Person, über Mutterliebe und über Verlust des Kindes, sie findet ihre eigene Stimme, sucht die ihrer Mutter und gibt den Frauen eine, die nicht gehört werden können oder wollen - ob aus Scham, Furcht, Missverständnis, Unsichtbarkeit. Wir müssen unsere Mütter schätzen, bessere Fragen stellen, Verständnis haben, gewappnet sein auf Mutterschaft, falls wir sie denn wollen oder kriegen, und wir müssen aufklären (besonders Männer und (werdende) Väter. ;)