Laut Angabe des Bruckmann-Verlags ist MARIAZUEHREN der erste Überblick über das grafische Werk von Günter Grass. Das Gedicht Mariazuehren in der Handschrift GGs ist für sich schon "grafisch" und doch nur ein Teil eines größeren Gesamtkonzepts: Schwarzweiß-Fotos von Pilzzeichnungen, auf denen wiederum echte Pilze liegen; übermalte Fotos; Zeichnungen von Aalen, vom Butt, von Fischköpfen und Köchen; Collagen von Fotos und Zeichnungen in S/W und Farbe; Werkstattfotos; Schneckenbilder und Nonnen.
So wie Günter Grass beim Schreiben immer wieder zu seinen Themen, seinen Schauplätzen und seinem Personal zurück kehrte, so dreht sich auch das grafische Werk um wiederkehrende Motive.
Die Bilder zeigen Vergänglichkeit und Tod, genauso aber Sexualität und Sinnenfreude. Sehr schön auch die beiden Fotos, auf denen GGs Tochter zu sehen ist, durch sie bekommt dieser Werkstattband etwas über das Werk hinausreichendes Persönliches.
Beim Wiederanschauen des Bandes stelle ich fest, dass er mir heute besser gefällt als vor dreißig Jahren. Ein bißchen Nostalgie, vielleicht; eine andere Orientierung, nun, da das Werk durch den Tod von GG abgeschlossen ist, vielleicht; bestimmt aber die Gewißheit, dass dieses schmale Buch den Menschen Günter Grass zeigt, seine vielseitigen Begabungen und seine thematischen Obsessionen.