Auch wenn mir im Gesamtkonzept momentan der Zug etwas fehlt und die Miniserie noch viel Luft nach oben hat, gefielen mir an diesem Roman die eigentlich NEOtypisch, intensiv gezeichneten, Protagonisten.
Zwei starke Charaktere buhlten um meine Lesergunst. Der reumütige und von Gewissensbissen zerfressene Aspra und die deprimiert verzweifelte Marlynn.
Ich bin schwer in den Lesefluß rein gekommen. Aber im Flow war das dann ein Pageturner vom feinsten. Mit Ankunft der neuen Macht kommt wohl auch endlich Bewegung in die Sache.
Warum ⭐️⭐️⭐️⭐️▪️?
Ich finde, man muss ganz klar den Roman an sich bewerten und den Serienfortschritt ausklammern. Das würde der Schreibleistung der Autoren nicht gerecht. Marlene von Hagens Part zu identifizieren fällt wohl nicht allzu schwer, wenn man ihre Einhornliebe kennt. Von daher ist die Rhodan-Handlung offensichtlich Dietmar Schmidt zuzuschreiben. Ich fühlte mich, nach etwas holprigem Einstieg, schnell wohl und fand diese sehr starken Geschichten um die Kanes und Aspra sehr ansprechend. Teilweise sogar emotional intensiv und sehr düster. Das Schicksal des Siganesen wird hoffentlich in einem körperlich unversehrten Zustand gefällt. Denn irgendwie hatte ich bis zum Ende ein übles Gefühl. Dank dieser tollen Charakterstudien und der beklemmenden Atmosphäre, die mich nachdenklich stimmte, kann ich nur positiv schließen und hoffe jetzt auf eine Initialzündung.
Johann Aspra auf dem Weg zu sich selbst und Nagmum Kane auf dem Weg zum Diktator der Galaxis.
Perry Rhodan gelingt es die Androgyn-Roboter zu befrieden, doch trotzdem will sie die Föderation Normon bis zum letzten Androiden bekämpfen - was für ein Konflikt.
Und zum Schluss taucht auch noch eine dritte Partei auf! Ich glaube, Kai Hirdt, hat mit der ersten Hälfte der Miniserie gerade mal die Spitze des Eisbergs freigelegt - wow!
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Perry Rhodan hat auf Wanderer den Schlüssel zur Befriedigung des Androiden-Krieges erhalten und kann somit den Krieg beenden. Doch nun kommt Nagmum Kane, der Alleinherrscher der Förderation Normon mit dem Vernichtungsfeldzug gegen die, nun friedlichen, Androiden, was nicht zu Rhodans Plänen liegt. Doch eine Desinformations-Kampagne auf der Erde führt zu einer Kaltstellung Rhodans innerhalb der Öffentlichkeit... Daneben erzählt der Roman eine Geschichte von Schuld und Sühne, die insbesondere die Personen Johann Aspra und Marlynn Kane betrifft, hierin fand ich eine Stärke des Romans des Autorenduos. Man konnte sich gut in die Charaktere hineinfinden, allerdings fand ich die Beschreibung von Perry und Aurelia etwas blass...
Irgendwie hat dieser Roman ein wenig Tempo aus der Handlung genommen nur um es dann gegen Ende wieder zu steigern und damit einhergehend die Spannung. Perry Rhodan hat im letzten Heft der Mini-Serie Adams Ruf beendet. Der Kampf wird seitens der Roboter nun eingestellt, aber nicht von den Menschen. Nun, ja zumindest von einer Armee der Menschen gibt es immer noch gegenwehr gegen die Roboter bzw Androiden. Zum Ende hin kommt noch eine richtige Überaschung in die Handlung. 4,5
Mit Beginn der zweiten Hälfte nimmt die Miniserie eine Wendung, wie wir es sonst von einem “richtigen” Hundert-Hefte-Zyklus kennen. Durch ein Softwareupdate wird anscheinend das Androidenproblem so gut wie gelöst. Dieses problemlose Betriebssystemupdate ist wirklich sehr fortgeschrittene Technik, also pure Magie, von der zumindest die Windows-User nur träumen können :-) Die Befriedung klappt, obwohl der neue Code identisch zum alten zu sein scheint, denn vor dem Upgrade vermeldet ein Roboter noch: “Die Aktualisierung unterscheidet sich in keiner Weise von meinem aktiven System”(S. 46). Nach der Rückkehr von seiner Heldentat nach Terra muss unser Perry leider erkennen, dass es noch einen “menschlichen Faktor” gibt: Die terranische Bevölkerung ist auf ein paar Fake News hereingefallen und hat sich von unserem Helden abwendet. Das geht mir wieder zu schnell und ich halte es für unglaubwürdig. In der Handlung wird die “Kosmik” (so nannte Robert Feldhoff den PR-“Sense of Wonder” mal) etwas reduziert: Keine Überwesen mehr, sondern Menschen mit ihren Wünschen, wie z.B. dem nach Langlebigkeit oder gar Unsterblichkeit. Dann kommt es noch einmal zu einer überraschenden Wendung, denn es taucht jemand auf, der die “nicht-biologischen Zivilisationen der Milchstraße” schützt. Es passiert wieder ganz schön viel.
Ein paar Bemerkungen noch: Es gibt eine Anspielung auf die “Haarteppichknüpfer” von Eschbach im Roman. Die Gewissensbisse von Johann Aspra im Eingangskapitel waren interessant und das Ergebnis konsequent. Die Entwicklung von Aspra, wie sein manischer Zwang, sich die Hände rein zu waschen, fand ich gelungen. Ich hätte mir sie aber noch besser geschrieben gewünscht.
Die Miniserie legt sehr viel Wert auf die Entwicklung der anfangs eingeführten Nebenfiguren, die definitiv keine bloßen “Redshirts” sind. Gleichzeitig gibt es den “Überbau”, dessen Handlung mir manchmal etwas schnell und sprunghaft geschildert vorkommt. Es geht in dieser Miniserie um Auseinandersetzungen und Möglichkeiten des Zusammenlebens zwischen biologischen und nicht-biologischen Lebewesen. Mal sehen, wer der neue Player ist…
Nach dem Massaker auf Chentap gehen dort die Aufräumarbeiten los - inmitten dieser kann Johann Aspra seinen Zorn über den entdeckten Tötungsbefehl nicht im Zaum halten und ändert diesen Befehl so ab, dass Alpu Zeniq als Verursacher zum neuen Ziel wird - und stirbt. Er hält diesen Mord geheim. In den folgenden Monaten gilt Johann Aspra als Held, doch verzehrt sich selbst in Vorwürfen und Alpträumen, bis er schließlich den Entschluss fasst, reinen Tisch zu machen: er bittet bei allen ehemaligen Kameraden um Entschuldigung für sein Verhalten, verschenkt seine gesamten Besitztümer, und stellt sich bei Aurelia Bina als Mörder.
Bina und Perry Rhodan unterdessen sind auf der Suche nach einem geeigneten Androgyn-Roboter, der als Keimzelle zur Neuprogrammierung der Roboter dienen kann. Als sie schließlich eine Virgil-Einheit finden, neuprogrammieren, und damit die Androgyn-Roboter befrieden, denken sie, dass sie als Helden nach Terra zurückkehren. Doch Nagmum Kane stiehlt ihnen die Show - er ist mittlerweile zum Admiralregent der Normoner aufgestiegen und auf einem Rachefeldzug. Die Befriedung der Androiden reicht ihm nicht, er will sie auslöschen.
Am Rande des Gebietes der Normoner kommt es zur Konfrontation mit Perry Rhodan - bis plötzlich ein 250 km durchmessendes, asteroidartiges Fremdschiff auftaucht, das den Schutz über alle nichtbiologischen Lebensformen für sich reklamiert - und die Auslieferung Nagnum Kanes fordert.
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Ganz schön was los, und "der menschliche Faktor" ist ein toller Titel. Ein für die Serie ungewöhnliucher Roman über die menschliche Schwäche. Das hat mir gefallen, auch die vielen kleinen Details. Insbesondere Johann Aspra wird plötzlich echt zum Menschen.
Und die Haupthandlung? Eigentlich ist die Androiden-Situation ja gelöst. Wäre da nicht der Möchtegern-Diktator Nagnum Kane und dieses mysteriöse Asteroidenschiff, das plötzlich aufgetaucht ist. Sind eben noch fünf Hefte bis die Serie vorbei ist. :-D
4/5
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Nach den vielen Reisen der letzten Romane konzentriert sich der Roman diesmal etwas mehr auf die Charaktere.
Perry Rhodan schlägt sich mit den Niederungen der Politik und Intrigen herum. Marlyn Kane schlägt sich mit ihren Emotionen herum und gibt Perry Rhodan die Schuld dafür. Johan Aspra trifft eine Entscheidung mit den entsprechenden Konsequenzen. Und Aurela Bina versucht derweil den Krieg zu beenden.
Am Ende kommt es zu einer weiteren Wendung in der Handlung oder auch vielleicht nicht?
Alles in allem vielleicht nicht der spannendste Roman der Mini-Serie, aber mit einer der persönlichsten. Hat mir super toll gefallen.
Das Ende und Johann Aspra (den ich als Charakter feiere) haben mich fast zu einem vierten Stern verleitet, aber nur fast.
Zu sehr plätschert mir die Miniserie dahin, zu wenig Drive entwickelt sich bisher für meinen Geschmack. Vielleicht wird das nun mit dem Auftauchen des neuen Gegners endlich besser, aber bis dato leider nur guter Durchschnitt.