Inhalt:
Betty, die plötzlich auf der Arbeit zusammenbricht. Martha, die plötzlich schwanger ist. Henning (Hönning), der plötzlich Vater wird. Jon, der plötzlich keine Leiche mehr spielen muss. Diese Freunde hat uns Fricke mitgebracht und will uns diese im Gehirn einquartieren…
Schreib-/Erzählstil:
Kennen Sie James Freys „Strahlend schöner Morgen“? Oder auch Tom Rachmans „Die Unperfekten“? Was versucht Fricke da? Eine oberflächliche, öde und platte Verwandlung beider, ihres Zeichens zugegeben Meisterwerke? Wirklich schade, dass sie mit knapp 190 Seiten ein Spektakel konstruieren musste, das gänzlich die Tiefe irgendeinen Gefühls vermissen lässt.
Meine Meinung:
Aus Betty oder Martha hätte man was machen können. Aus Henning (Hönning) auch. Aus Jon erst recht. Wieso nicht mehr Seiten, mehr Gefühl und mehr Verstand mit Perspektive als ein ausladendes, übertriebenes und unnützes Ende? Stillstand bietet dieses Buch allerhand. Dieser Satz sollte als Antiwerbeslogan dienen. Hinterher ist man kein bisschen schlauer als vorher. Hinterher sitzt man da und hat nichts gewonnen. Das ist, als lade man Freunde ein und man sieht sich selber reflektiert über Stunden und nichts tut sich. ABSOLUT NICHTS. Weil man den Freund kennt und sich selber auch und weil sich gerade in gefühlten zehn Minuten keine Veränderung einstellen will.
Doch von einer Autorin erwarte ich Veränderung. Erwarte ich Anleitungen und Überlegungen im Hinblick auf die vermeintlich gescheiterten Existenzen, die sie uns hingegen eindringlich präsentiert. Sie wirkt so eindringlich, als wolle sie sagen: Ich weiß, ich versuch mal grad zu schreiben, aber du musst zu geben, der Satz „Aber es war ein Anfang“ ist doch der Hammer, oder? Ich dachte, ich müsste bei dieser dreimal abgekupferten Szene brechen.
Fazit:
Wann fängt Besuch an zu stinken? Wenn man bei Fricke spätestens bei der Hälfte dieses Buches angelangt ist. Talent verschenkt oder Potential gänzlich nicht erkannt.