Please note that I put the original German text at the end of this review. Just if you might be interested.
A comparison of official coverage with articles from decades reveals contradictions.
The exceptional value of Singer's work lies in the possibility of a retrospective. Covering an arc of almost 70 years, the articles are drawn to illustrate inspirational, investigative journalism. The applicability of a parallel or even multi-stage analysis and comparisons is terrific.
If one compares the official history and the official reporting with the articles, one finds mistakes and lies even without specific previous knowledge. These are good teaching examples of how the levels of historiography and media representation are coordinated. Free after the classic saying that the winners write the story. And not only after a war but also in times of peace. And if there are no guard dogs of another pack to regulate, maybe forever.
In the past, it was much more difficult and dangerous for these journalists to gather material, conduct interviews and research on site. And to find a medium that was ready to print the uncomfortable truths too. Today, however, such a plethora of digitized newspaper archives, critical books, and knowledge are at their free disposal that the still disproportionately small number of critical journalists is a shame. To speak of a dying of the free press would be exaggerated. But it is underrepresented given the opportunities available to it.
It would be rewarding for the future and revealing for established media to conceive this kind of book form as an annual series. To compare the best, independent reports with those of the conventional press each year. This would work out the contradictions, logic errors, and pure lies even more and drag them into the limelight. Unfortunately, journalism often uses defamation and a creative interpretation of the truth. Exaggerations, while encouraging the sale of articles and books to reporters, are somewhat counterproductive to the lofty idea of independent, objective reporting.
The established media are happy to take such black sheep, such as fake news, as examples of citizen journalism and investigative journalism being populist and frivolous. In many cases, they are unfortunately right. Thus, the excellent idea is taken it´s momentum. It would require even stronger associations of independent reporters to impose very stringent quality criteria to minimize that risk. If the research is so clean and the conclusions drawn are so precise that there are no longer any targets, there is only the usual procedure of the established state and private media to overcome. They ignore the reporting. And this policy can be used as a criticism against them.
Ein Vergleich der offiziellen Berichterstattung mit den Artikeln aus Jahrzehnten offenbart Widersprüche
Der besondere Wert von Singers Werk liegt in der Möglichkeit der Retrospektive. Über einen Bogen von fast 70 Jahren spannen sich die Artikel, die zur Veranschaulichung von inspirierendem, investigativem Journalismus heran gezogen werden. Dabei ist die Anwendbarkeit für eine parallele oder gar mehrstufige Analyse und für Vergleiche grandios.
Wenn man den offiziellen Geschichtsverlauf und die offizielle Berichterstattung mit den Artikeln vergleicht, findet man selbst ohne spezifische Vorkenntnisse Fehler und Lügen. Diese sind gute Lehrbeispiele dafür, wie die Ebenen Geschichtsschreibung und mediale Repräsentation aufeinander abgestimmt werden. Frei nach dem Klassiker, dass die Sieger die Geschichte schreiben. Und dass nicht nur nach einem Krieg, sondern auch in Zeiten des Friedens. Und wenn es keine Wachhunde eines anderen Rudels gibt, um das zu regulieren, vielleicht für immer.
Wobei es für diese Journalisten früher viel schwieriger und auch gefährlicher war, Material zu sammeln, vor Ort Interviews zu führen und zu recherchieren. Und dann noch ein Medium zu finden, das bereits war, die unbequemen Wahrheiten auch zu drucken. Heute hingegen steht ein derartige Fülle an digitalisierten Zeitungsarchiven, kritischen Büchern und Wissen zur freien Verfügung, dass die noch immer unverhältnismäßig geringe Zahl kritischer Journalisten eigentlich eine Schande ist. Von einem Sterben der freien Presse zu sprechen, wäre übertrieben. Aber sie ist angesichts der ihr zu Verfügung stehenden Möglichkeiten doch deutlich unterrepräsentiert.
Für die Zukunft lohnend und für etablierte Medien entlarvend wäre, diese Art von Buchform als Serie zu konzipieren. Pro Jahr die besten, unabhängigen Berichte mit denen der konventionellen Presse zu vergleichen. Dadurch würden die Widersprüche, Logikfehler und schlichten Lügen noch viel stärker heraus gearbeitet und ins Rampenlicht gezerrt werden. Leider wird in dieser Form von Journalismus häufig auch mit Diffamierung und einer kreativen Interpretation der Wahrheit gearbeitet. Übertreibungen fördern zwar die Verkäufe von Artikeln und Büchern zugunsten der Reporter, sind aber für die hehre Grundidee der unabhängigen, objektiven Berichterstattung eher kontraproduktiv.
Die etablierten Medien nehmen solche schwarzen Schafe gerne als Beispiele dafür, dass Bürgerjournalismus und investigativer Journalismus populistisch und unseriöus seien. In vielen Fällen haben sie damit leider Recht. Damit wird der guten Idee der Wind aus den Segeln genommen. Es müssten noch stärkere Verbände von unabhängigen Reportern entstehen, die sich selbst sehr strenge Qualitätskriterien auferlegen, um dieses Risiko zu minimieren. Wenn die Recherche so sauber und die gezogenen Schlussfolgerungen so präzise sind, dass keine Angriffspunkte mehr verbleiben, gibt es nur mehr das gewohnte Prozedere der Staatsmedien. Sie ignorieren die Berichterstattung einfach. Und diese Politik kann als Kritikpunkt gegen sie verwendet werden.