Alexander Neubacher ist guten Willens: Seine Familie und er machen mit beim Umweltschutz, halten sich brav an alle Öko-Vorschriften, scheuen keine Kosten für Bioprodukte. Doch inzwischen haben sie ernsthafte Zweifel, ob sie der Umwelt damit wirklich helfen, denn die Energiesparbirne endet als gefährlicher Sondermüll, die ausgespülten Joghurtbecher werden nicht recycelt, sondern verfeuert, für die Herstellung des Biobenzins im Autotank wird der Regenwald gerodet, und aus den Gullys in ihrer Straße dringt entsetzlicher Gestank, weil alle Wasser sparen. Am Beispiel des eigenen (Familien-) Lebens zeigt Neubacher, wie hysterisch die deutsche Umweltpolitik geworden ist. Er untersucht, wie sich Dosenpfand, E10 und Atomwende auf den Alltag der Bürger auswirken, und fragt, ob wir mit unserem Ökofimmel tatsächlich die Umwelt retten.
Brauchen wir ein Buch mit dem provokativen Titel „Öko-Fimmel“? Was soll denn an Ökologie und insbesondere Klimaschutz falsch sein? Nachdem ich das Buch gelesen habe, liegt der Schluss nahe, dass da so manches im Argen liegt, gerade in Deutschland, das an sich eine Vorreiterrolle einnimmt (als Schweizer kann ich das freilich nicht selber beurteilen). Einiges ist gut gemeint, aber schlecht durchdacht, wie das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ oder das Dosenpfand. Anderes ist dann schon höherer Blödsinn, wie die Förderung von Biosprit, zumal wenn für die betreffenden Pflanzungen Regenwald abgebrannt wird. Zwar bekam ich in der ersten Hälfte des Buches den Eindruck, dass da ein „Wolf im Schafspelz“ schreibt, also ein radikaler Öko-Gegner und nicht ein kritischer Geist, dem die Umwelt sehr wohl ein Anliegen ist, so scharf wird da teilweise geschossen. Aber dieser Eindruck korrigierte sich gegen das Ende hin. Vielleicht ist es nötig, um die Kruste von political correctness und grüner Ideologie zu durchdringen.
Ungefähr vier Fünftel des Buches setzen sich mit der Umweltpolitik vor allem Deutschlands und der EU auseinander, im letzten Teil gibt der Autor dann einige Empfehlungen, welche Haltungen und Massnahmen aus seiner Sicht wirklich helfen würden, jenseits irgendwelcher Parteidoktrinen. Das Thema ist zu wichtig, als dass wir uns den Luxus ideologischer Scheuklappen erlauben könnten; gefragt sind eher viel nüchterner Realismus und eine grosse Portion Kreativität. Mir hat die Lektüre viele Gedankenanstösse gegeben. Sehr empfehlenswert!
Obwohl oder gerade weil das Buch schon ein paar Jahre als ist, fand ich es toll zu lesen, besonders der erste Teil, wo es mehr um Haus und Hof ging. Den 5. Stern hat es dann auch im hinteren Teil verloren, wo es um Theorien und Weltpoliik ging. Im ersten Teil konnte ich mich noch wiederfinden im hinteren allerhöchstens noch etwas lernen, aber es war mir dann ein wenig langatmig und überladen Aber in Summe immer noch sehr lesenswert.
Der Autor, der selbst gerne Bio-Produkte kauft und sich für den Schutz der Umwelt einsetzt, hinterfragt ob viele der Schutz-Maßnahmen überhaupt sinnvoll sind oder doch nur alles noch schlimmer machen. Bei diesem sehr gut recherchierten Buch hat man viele wertvolle Aha-Effekte. Daher kann ich es nur empfehlen!
Am Anfang etwas dröge, aber endlich mal eine nüchterne Bestandsaufnahme basierend auf Fakten über die es sich nachzudenken lohnt. Eine klare Empfehlung für alle, die etwas nachhaltig verbessern wollen!