Dem Cover nach zu urteilen handelt es sich bei Michael Schmidt-Salomons "Anleitung zum Seligsein" um ein satirisches, religionskritisches Werk. Nun ... zumindest zweiteres ist korrekt.
Der humoristisch aufgepeppte Einband lässt vermuten, dass die Lektüre unterhaltsam und witzig sein wird, was aber beides auf den Inhalt nur bedingt zutrifft. Es handelt sich um eine Sammlung von MSS-Beiträgen zu verschiedenen Publikationen und Abschriften einiger Reden zu verschiedenen Gelegenheiten.
Viele davon sind sehr interessant und hoch aufschlussreich. MSS, der in den Medien gerne als "Deutschlands Chef-Atheist" aufgerufen wird, zeigt auf, warum der Atheismus per se auch nicht besser als eine religiöse Weltsicht ist und führt bemerkenswerterweise brauchbare Gründe dafür an, dass nur der Agnostizismus die Basis für fruchtbare Diskussionen sein kann. In einem Aufsatz sagt er von sich selbst sogar, dass er überhaupt nur "Atheist unter agnostischem Vorbehalt" wäre - wie er es in "Jenseits von Gut und Böse" schon angedeutet hat.
Im Vorwort erwähnt MSS, dass es sich hierbei um die vorläufig letzten größeren Religionskritiken handelt. Ganz kann ich das ja nicht glauben; dazu ist MSS schon viel zu tief drinnen, in der Materie.
Ich kanns durchaus empfehlen - aber nur jenen, die sich einen Überblick über das Werk und die Denktradition des Autors verschaffen wollen. Mir hat's jedenfalls gefallen.