Havena war einst eine der reichsten Städte Aventuriens – bis die Menschen den Zorn des Meeresgottes Efferd weckten: Eine Flutwelle verheerte Havena und schuf die Unterstadt. Dennoch übt Havena auch heute noch auf viele eine große Anziehungskraft aus. Dies gilt auch auf den Efferd-Geweihten Mero Cervoletha, der mit seinem Glauben hadert und in Havena neu anfangen möchte. Die Magierin Cairbre Arnstätter hofft dagegen, mit ihrer Familie wieder ins Reine zu kommen, während die Kauffrau Vilai ni Vecushmar sich damit konfrontiert sieht, dass ihr Handelshaus kurz vor dem Ruin steht. Das Schicksal dieser drei Menschen wird schon bald untrennbar miteinander verbunden sein, während sich in der Unterstadt eine ebenso entsetzliche wie uralte Macht zu regen beginnt.
Solides Fantasyabenteuer für alle die zwischendurch gerne mal unterhaltsame, spannende Fantasy ohne epische Tiefe lesen. Wer noch nie in Aventurien unterwegs war und wem das Pen & Paper Spiel "Das schwarze Auge" nichts sagt, der kann hiermit vermutlich weniger anfangen. Es ist mein erster DSA-Roman und da ich erst seit ca. einem halben Jahr DSA spiele, hat mir diese kurzweilige Lektüre weitergeholfen. Besonders was die Profession der Geweihten angeht, die Region Albernia oder den Meeresgott Efferd. Das nächste Abenteuer meiner DSA-Runde verschlägt uns an die Siebenwindküste, daher war "In den Nebeln Havenas" eine schöne Vorbereitung auf den anstehenden Ausflug.
3.25 Anständig geschriebene DSA-Romane sind Comfort Food for the Soul, wo ich mich etwas in mein Fünfzehnjähriges Selbst zurückverwandle. Dieser hier hat eine ganz unterhaltsame Geschichte und der Blick aus den Augen der Händlerin Vilai ist sehr ungewöhnlich. Dafür ist der Efferdgeweihte Mero etwas farblos und die Magierin Cairbre ein klein wenig eine Mary Sue.
Ich habe die Geschichte - trotz eines großen Spoilers aus anderen Publikationen - genossen, denke aber nicht, dass es einer der wirklich großen DSA-Romane ist. An Lena Falkenhagens Nebelgeister, der viele der gleichen Themen abdeckt, kommt der Roman in Sachen Dramatik und Mehrdimensionalität der Charaktere nicht ganz heran. Aber für ein Erstlingswerk ist es doch mehr als solide Handwerksarbeit. Gerade die Randpersonen, die Örtlichkeiten und die Hintergründe sind schön dargestellt. Man merkt, dass der Autor Erfahrung mit Hintergrundwerken und Abenteuern gesammelt hat. Auch die schwierige Beziehung Cairbres mit ihren im ach so magiefeindlichen Havena verwurzelten Eltern ist ein netter Handlungsstrang.