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Aus der Tiefsee. Paris 1926

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Rare Book

Hardcover

First published March 31, 2004

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March 3, 2026
Ludwig Hohls Aufzeichnungen von Anfang bis Mitte 1926 stellten einen Versuch da, "Rohstoffe" für ein späteres Romanprojekt zu gewinnen. Es sind hauptsächlich Schilderungen des Immergleichen aus dem nächtlichen Alltag einer Gruppe heute längst vergessener Bohemians auf Montmartre und -parnasse, die sich mit wenig Geld und viel Alkohol die Nächte um die Ohren schlagen.

Der erst 22-jährige Hohl, der alleine mit seiner Lebensgefährtin nach Paris zog, zeigt dabei die gängigen Züge des genialischen Künstlertyps: Moralisch rigoros und eigentlich permanent mit sich selbst beschäftigt, kontrastieren sich innere Selbstzweifel und Orientierungslosigkeit mit der großen Selbstverständlich, mit der er seine Umgebung seinen fixen Ideen unterwirft, auf Kosten der Freundin lebt und seine Freunde zu Gewaltmärschen durch Paris verdonnert.
Der Fokus verschiebt sich zum letzten Drittel von der Schilderung nächtlicher Sauftouren immer mehr zum inneren Konflikt des "Helden" Hohl, der die klassische Durchbruchsproblematik des Jungschriftstellers beackert: Schreiben, aber wie? Er schöpft in dieser Krisis altersgemäß aus den Sphären des Hohen und Niederen, die sich dem Pfarrerssohn natürlich in den Zeichen Gott/Teufel offenbaren.

Diese Verschrobenheit hat Unterhaltungswert, da sich der Scope der Erzählung aber nie ändert, stellen sich irgendwann gewisse Ermüdungserscheinungen ein. Man ahnt, dass die Größe hier erst noch kommen wird.
Profile Image for André Bernhardt.
311 reviews12 followers
April 25, 2026
Ich liebe die Notizen und deshalb erwarb ich auch Hohls "Aus der Tiefsee" ohne mich groß mit dem Inhalt auseinanderzusetzen. Paris, Zwanziger Jahre, Bohème, ich wollte das Buch lieben, aber es gelang mir nicht so ganz.

Zum Verständnis muss man sich vor Augen halten, dass das Buch nur die Vorstufe zu einem geplanten Roman ("Mitternachtsgesellschaft") darstellt und sich der Inhalt autobiographisch aus diversen Notizbüchern (den "Epischen Grundschriften" - Notizbücher kann man wohl kaum großartiger betiteln) speist. Deshalb ist das Buch kein Roman und nicht aus einem Guss, es liest sich eher wie ein Konglomerat von Versatzstücken, Beobachtungen und Momentaufnahmen der Zeit und dem Umfeld Hohls. Die Hohl-Sätze, die Kerker spalten, muss man suchen, wird sie dann aber finden, wenn auch nicht in der gleichen Dichte, wie bei den Notizen.

Persönlich fand ich Orwells "Erledigt in Paris und London" besser, um sich an Zeit und Ort zu erfreuen, deshalb ist die Tiefsee eher was für wahre Hohl-Freunde.
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