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Der Hauptmann von Köpenick
"Ein als Hauptmann verkleideter Mensch führte gestern eine von Tegel kommende Abteilung Soldaten nach dem Köpenicker Rathaus, ließ den Bürgermeister verhaften, beraubte die Gemeindekasse und fuhr in einer Droschke davon." So zu lesen am 17. Oktober 1906 in den Berliner Zeitungen. Dieser Mensch hieß Wilhelm Voigt. In jungen Jahren war der Schustergeselle aus Not mit dem Gesetz in Konflikt geraten. 15 Jahre Zuchthaus waren die Strafe dafür, daß er die Reichspost um 300 Mark geschädigt hatte: Er geriet in den Teufelskreis der Bürokratie. Ohne ordentliche Abmeldung fand er nirgends Arbeit, ohne Arbeitsnachweis erhielt er keine Anmeldung. Voigt wird wieder straffällig; mit 56 Jahren hat er mehr als 30 Jahre seines Lebens im Zuchthaus verbracht. In diesem Augenblick seines Lebens stößt er auf jene Uniform im Trödlerladen in der Berliner Grenadierstraße, die von nun an sein weiteres Schicksal bestimmen wird.
Dieses Deutsche Märchen erschien zum erstenmal 1931; es ist heute eines der bekanntesten Stücke Zuckmayers. Die Verfilmung, mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle, ist vielen Zuschauern unvergeßlich.
Dieses Deutsche Märchen erschien zum erstenmal 1931; es ist heute eines der bekanntesten Stücke Zuckmayers. Die Verfilmung, mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle, ist vielen Zuschauern unvergeßlich.
128 pages, Paperback
First published March 5, 1931
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Community Reviews
Displaying 1 - 30 of 68 reviews
May 24, 2019
Ist dieses Drama noch aktuell? Nein, aber es hat seinen Wert, wenn man verstehen möchte, wie Deutschland - und letztendlich ganz Europa - von Militaristen in den zerstörerischen Ersten Weltkrieg getrieben werden konnte. In der sehenswerten Verfilmung mit Heinz Rühmann kommt dieser Aspekt leider zu kurz. Zwar hat auch das Drama humoristische Züge (wie etwa das Dialektgemisch im Obdachlosenasyl - eine Szene, auf die der Film verzichtet), aber die sozialkritischen Momente überwiegen. Der Leser hat Mitleid mit dem ehemaligen Häftling Wilhelm Voigt, der beim besten Willen kein Bein auf den Boden bringt, da er in einem preußischen Catch-22 gefangen ist: Wenn ick nich jemeldet bin, krieg ick keene Arbeeet, und wenn ick keene Arbeet habe, da darf ick mir nich melden. Als er das einsame Dahinsiechen des lungenkranken Waisenmädchens miterlebt, dem seine Schwester und sein Schwager Unterkunft bieten, erreicht er eine Stufe des Fatalismus, die ihm den Mut gibt aus der ihm zugedachten Rolle auszubrechen, gemäß dem Satz aus den Märchen "Die Bremer Stadtmusikanten", der das Drama gleichsam eines Mottos beschließt: "Kommt mit", sagte der Hahn, "etwas Besseres als den Tod werden wir überall finden!". Voigt weiß: Wie der Mensch aussieht, so wird er anjesehn. Also besorgt er sich eine ausrangierte Hauptmannsuniform vom Kleiderjuden im Scheunenviertel, kommandiert kurzerhand eine vom Wacheinsatz zurückkehrenden Einheit ab, besetzt mit ihr das Köpenicker Rathaus, nimmt den Bürgermeister fest und lässt sich die Gemeindekasse aushändigen. Diese sprichwörtliche "Köpenickiade" gelingt ihm, da er während seiner letzten Haftstrafe die Felddienstordnung und das Exerzierreglement auswendig gelernt hat. Da er jedoch nicht den erhofften Pass bekommt (Pässe hat nur die Teltower Kreisverwaltung), stellt er sich kurze Zeit später der Berliner Polizei.
Wie schon an den Zitaten zu erkennen, erfordert der Text eine Vertrautheit mit der Berliner Mundart. Dadurch wird er andererseits authentisch. Dieses Stück wurde 1931 veröffentlicht, kurze Zeit bevor der deutsche Militarismus wieder die Oberhand gewann. Kein Wunder, dass die faschistische Regierung umgehend seine Aufführung verbat. Der Militarismus hat glücklicherweise in der Bundesrepublik ausgedient. Was mich aber bewegt ist die Frage, ob die in unser Land kommenden Flüchtlinge und Arbeitsmigranten nicht ähnliche Erfahrungen machen, wie der Schuster Wilhelm Voigt: Keine Arbeit ohne Aufenthaltsgenehmigung, keine (dauerhafte) Aufenthaltsgenehmigung ohne Arbeit.
Wie schon an den Zitaten zu erkennen, erfordert der Text eine Vertrautheit mit der Berliner Mundart. Dadurch wird er andererseits authentisch. Dieses Stück wurde 1931 veröffentlicht, kurze Zeit bevor der deutsche Militarismus wieder die Oberhand gewann. Kein Wunder, dass die faschistische Regierung umgehend seine Aufführung verbat. Der Militarismus hat glücklicherweise in der Bundesrepublik ausgedient. Was mich aber bewegt ist die Frage, ob die in unser Land kommenden Flüchtlinge und Arbeitsmigranten nicht ähnliche Erfahrungen machen, wie der Schuster Wilhelm Voigt: Keine Arbeit ohne Aufenthaltsgenehmigung, keine (dauerhafte) Aufenthaltsgenehmigung ohne Arbeit.
June 16, 2019
A true story: In 1906, the shoemaker Wilhelm Voigt masqueraded as a Prussian captain, commandeered a dozen soldiers to the town hall of Köpenick (near Berlin), had the mayor arrested, and escaped with money from the city treasury. So much for the facts.

[the real Wilhelm Voigt; ullstein bild]
Carl Zuckmayer took up the story and made a play out of it (which was also turned into film several times). It’s a sad-funny story indeed and I laughed and cried while reading this comical drama (or dramatic comedy?)
The focus here is not so much on the deed as on the (largely invented) biography of Wilhelm Voigt and his motivation for this coup de main. For a long time, obedience to authority had been regarded as a German “virtue”, and at that time especially towards members of the military. All you need is a uniform and everyone around you suddenly becomes submissive. But in the case of Voigt, there’s more to it than that.
The eternal difference between what is right and what is just, for instance, makes this man, who is as simple as he is clever and morally thinking, despair when he gets into some sort of catch-22, which only allows him one thing when he has the other, and vice versa, but he has neither. Thinking in terms of authorities; then as now.
Wichtig. Wichtig is gar nichts, dazu is de Welt zu groß. Aber richtig, richtig soll’s zugehn. Was richtig is, ick meine, wat Recht is, det sollt auch Recht sein! Nich!?
Important. Nothing is important, the world is too big for that. But right, right it should be. What is right, I mean, what is just, that should also be right! No!?It’s not so obvious from the quote above, but large parts of the play is written with a thick Berlin dialect. Voigt is speaking it, as well as many other characters. There are also quite a few other dialects, and the high German is clearly in the minority. But that, even if I think it’s a bit overdone here, gives this play a special and appealing flavor if also little challenging to read.
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Unported License.
February 22, 2026
"Also von Ihnen möcht ich erschossen werden."
x-mal gelesen, x-mal die textnahe Käutner-Verfilmung gesehen, jedesmal wieder gut.
Zugegebenermaßen traditionelles Theater, aber die Charaktersierungen von Sozialtypen sind treffend und wie sie aufeinandertreffen ist brilliant konstruiert. Dasselbe gilt für die mit der Uniform verbundene Schein-Seinthematik, die das Wesen des Kaiserreichs bloßstellt.
Zwei Schwächen: in der Szene im Männerheim versuchte Zuckmayer offenkundig so viele Dialekte wie möglich unterzubringen. Ick hab mir zwar köstlich darüber amüsiert, zum Stück trägt die Szene jedoch wenig bei. Die rasche Verwandlung des Schwagers von einem leutseligen, Wilhelm Voigt wohlgesonnen Mann zu einem erbarmunglosen Verteidiger der Ordnung ist sehr abrupt und wenig glaubwürdig.
x-mal gelesen, x-mal die textnahe Käutner-Verfilmung gesehen, jedesmal wieder gut.
Zugegebenermaßen traditionelles Theater, aber die Charaktersierungen von Sozialtypen sind treffend und wie sie aufeinandertreffen ist brilliant konstruiert. Dasselbe gilt für die mit der Uniform verbundene Schein-Seinthematik, die das Wesen des Kaiserreichs bloßstellt.
Zwei Schwächen: in der Szene im Männerheim versuchte Zuckmayer offenkundig so viele Dialekte wie möglich unterzubringen. Ick hab mir zwar köstlich darüber amüsiert, zum Stück trägt die Szene jedoch wenig bei. Die rasche Verwandlung des Schwagers von einem leutseligen, Wilhelm Voigt wohlgesonnen Mann zu einem erbarmunglosen Verteidiger der Ordnung ist sehr abrupt und wenig glaubwürdig.
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September 14, 2012Written between the wars, based on an incident in pre-WWI Germany in which a tailor impersonated an army Captain. Best known perhaps for the 1950s film version starring Heinz Rühmann.
The original story had a run in the press, and Zuckmayer expands on this obviously the trickster can only get away with his deceit because in a structured and hierarchical society one can not question an officer's authenticity and integrity without risking a violent response. The incident allows Zuckmayer to tempt his audience into laughing at the militarism of Imperial Germany, aspects of which continued in Weimar Germany as demonstrated by the take over of the state by a former corporal (well supported by parts of the military hierarchy and various homeless paramilitaries.
The film version makes clear the bitter underside of a highly structured and hierarchical society - the place for all those without a place is prison - having spent part of his youth in Bohemia the hero has missed out on his military service and without his demobilisation papers can't get a job and without a job he can't obtain residency rights without which he can't even get a passport and leave the country, and so he cycles in and out of prison. Perhaps slightly oddly or perhaps simply in conformation to the conservative character of 1950s West Germany the resolution of the even the later film version confirms the validity and effectiveness of such a buttoned down and militarised society, but with some laughs on the way to that conclusion.
Something which the play does better than the film is to give free reign to the hierarchy of language. Beneath the dictionary and the grammar book there is the resistance of topolect, an anarchy of speech which has the power to subvert and liberate.
The original story had a run in the press, and Zuckmayer expands on this obviously the trickster can only get away with his deceit because in a structured and hierarchical society one can not question an officer's authenticity and integrity without risking a violent response. The incident allows Zuckmayer to tempt his audience into laughing at the militarism of Imperial Germany, aspects of which continued in Weimar Germany as demonstrated by the take over of the state by a former corporal (well supported by parts of the military hierarchy and various homeless paramilitaries.
The film version makes clear the bitter underside of a highly structured and hierarchical society - the place for all those without a place is prison - having spent part of his youth in Bohemia the hero has missed out on his military service and without his demobilisation papers can't get a job and without a job he can't obtain residency rights without which he can't even get a passport and leave the country, and so he cycles in and out of prison. Perhaps slightly oddly or perhaps simply in conformation to the conservative character of 1950s West Germany the resolution of the even the later film version confirms the validity and effectiveness of such a buttoned down and militarised society, but with some laughs on the way to that conclusion.
Something which the play does better than the film is to give free reign to the hierarchy of language. Beneath the dictionary and the grammar book there is the resistance of topolect, an anarchy of speech which has the power to subvert and liberate.
April 14, 2021
Kleider machen Leute!
Ein aberwitziges Märchen, beruhend auf wahren Begebenheiten.
Zuckmayer entlarvt die Uniform als Signum militärischer Männlichkeit und denunziert die einhergehende Inszenierung staatlicher allgegenwärtiger Macht.
Doch die Staatsobrigkeit wird letztlich mit ihren eigenen Mitteln erschlagen.
Ein Märchen über den Niedergang der Uniform und den militarisierten Mann als Krisenfigur.
Ein aberwitziges Märchen, beruhend auf wahren Begebenheiten.
Zuckmayer entlarvt die Uniform als Signum militärischer Männlichkeit und denunziert die einhergehende Inszenierung staatlicher allgegenwärtiger Macht.
Doch die Staatsobrigkeit wird letztlich mit ihren eigenen Mitteln erschlagen.
Ein Märchen über den Niedergang der Uniform und den militarisierten Mann als Krisenfigur.
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February 25, 2015The protagonist is caught in an early Catch 22, and after decades of bureaucratic abuse finally uses lessons learned while incarcerated to launch an absurd assault on the system. Witty but somewhat unsettling insight into Germany between the wars.
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November 20, 2009Our German teacher thought it was hilarious. It wasn't.
April 8, 2025
Schullektüre eben… 🙃🥱
October 16, 2025
130 Seiten Berliner Dialekt war echt zu viel für mich
July 4, 2024
bis auf das berlinerisch ließ es sich sehr gut lesen
De Müggelberje, det sind ja Maulwurfshaufen, da hippt ja'n Floh rieber, wenn er 'n bißken aufgeregt is. Nee, Kind, wat sone wirklichen hohen Berje sind, det kannste dir gar nicht ausdenken. So mächtig hoch is det, da biste janz nah bei de Wolken, höher als de Wolken, und manchmal, da biste wahrhaftig über de Wolken, höher als de Wolken, denk mal!
Da haste droben 'n scheensten Sonnenschein - und drunten regnet's!
DER ZWEITE Verzeihung, Herr Kamerad, Sie unken, seit ich Sie kenne. Is ja ganz ausgeschlossen, denkt doch in Europa heutzutage kein Mensch ernsthaft an Krieg.
DER ERSTE Das is ja das Unglück, Herr Kamerad, daß keiner ernsthaft dran denkt! Man sollte daran denken - um es zu verhüten!
DER ZWEITE Ausgeschlossen, Krieg is Wahnsinn. Denkense mal an die neuen weittragenden Dinger. Da wäre ja in vierzehn Tagen alles futsch. Nee, nee, Wilhelm bleibt Friedenskaiser.
DER ERSTE Ich traue dem Frieden nicht, Herr Kamerad. Ich höre öfters donnern. Hören Sie nichts? Es liegt was in der Luft.
Bei uns gibt's kein Unrecht! Wenigstens nich von oben runter! Bei uns geht Recht und Ordnung über alles, das weiß jeder Deutsche!
HOPRECHT Jawohl, da liech ick, wenn's man losjeht! Und denn weiß ick auch, wofür! Fürs Vaterland, und für de Heimat!!
VOIGT Mensch, ick häng an meine Heimat jenau wie du! Jenau wie jeder! Aber se sollen mir mal drin leben lassen, in de Heimat!! Denn könnt ick auch sterben für, wenn's sein muß!
Wo is denn de Heimat, Mensch? In 'n Polizeibüro? Oder hier, ins Papier drinnen?! Ick seh ja gar keene Heimat mehr, vor lauter Bezirke!!
De Müggelberje, det sind ja Maulwurfshaufen, da hippt ja'n Floh rieber, wenn er 'n bißken aufgeregt is. Nee, Kind, wat sone wirklichen hohen Berje sind, det kannste dir gar nicht ausdenken. So mächtig hoch is det, da biste janz nah bei de Wolken, höher als de Wolken, und manchmal, da biste wahrhaftig über de Wolken, höher als de Wolken, denk mal!
Da haste droben 'n scheensten Sonnenschein - und drunten regnet's!
DER ZWEITE Verzeihung, Herr Kamerad, Sie unken, seit ich Sie kenne. Is ja ganz ausgeschlossen, denkt doch in Europa heutzutage kein Mensch ernsthaft an Krieg.
DER ERSTE Das is ja das Unglück, Herr Kamerad, daß keiner ernsthaft dran denkt! Man sollte daran denken - um es zu verhüten!
DER ZWEITE Ausgeschlossen, Krieg is Wahnsinn. Denkense mal an die neuen weittragenden Dinger. Da wäre ja in vierzehn Tagen alles futsch. Nee, nee, Wilhelm bleibt Friedenskaiser.
DER ERSTE Ich traue dem Frieden nicht, Herr Kamerad. Ich höre öfters donnern. Hören Sie nichts? Es liegt was in der Luft.
Bei uns gibt's kein Unrecht! Wenigstens nich von oben runter! Bei uns geht Recht und Ordnung über alles, das weiß jeder Deutsche!
HOPRECHT Jawohl, da liech ick, wenn's man losjeht! Und denn weiß ick auch, wofür! Fürs Vaterland, und für de Heimat!!
VOIGT Mensch, ick häng an meine Heimat jenau wie du! Jenau wie jeder! Aber se sollen mir mal drin leben lassen, in de Heimat!! Denn könnt ick auch sterben für, wenn's sein muß!
Wo is denn de Heimat, Mensch? In 'n Polizeibüro? Oder hier, ins Papier drinnen?! Ick seh ja gar keene Heimat mehr, vor lauter Bezirke!!
March 10, 2018
Nachdem ich mich in das Berlinerische eingelesen hatte, hat mir die Kombination von Berliner Schnauze und Sozialkritik gut gefallen. Ich fand aber nicht alles stimmig. Manche Szenen, z.B. der total skurrile Militärunterricht im Gefängnis und die reichlich sentimentale Beziehung zur todkranke Untermieterin wirkten zu übertrieben, um die Kritik ernst nehmen zu können.
September 3, 2026
Ein Text, der sprachlich etwas aus der Zeit gefallen ist. Viele Wörter oder Begriffe sind nicht zeitgemäß und stören etwas den Lesefluss. Dennoch hat Zuckmayer zum Beispiel die antisimitischen Aussagen bewusst benutzt, um die nationalsozialistische Gesinnung der damaligen Jahre einzufangen. Er selbst hatte jüdische Vorfahren und musste selbst ins Exil fliehen. Ebenso fällt sprachlich der Berliner Dialekt auf, der hier als Soziolekt benutzt wird und unter anderem auch die Klassenzugehörigkeit der verschiedenen Protagonist:innen darstellt. Hat mir gut gefallen und war auch amüsant zu lesen.
Im Drama selbst spielt das Sprichwort 'Kleider machen Leute' eine entscheidende Rolle. Bei Keller hat es noch einen dörflich-realistischen Touch, während bei Zuckmayer eine absolutistisch/militaristische Thematik zentralisiert wird. Diese wird ad absurdum geführt und erzeugt einen komödiantischen Effekt, wobei das Stück selber nicht als Komödie, sondern als "deutsches Märchen" betitelt wird. Und dieses Märchen stellt aber keine Vergangenheit dar. Denn auch heute sind noch Spuren dieser Inszenierung staatlicher Macht zu spüren. Während Wilhelm Voigt aus dem Teufelskreis einer ständigen Jobsuche nicht entkommt, gibt es auch heute viele Menschen, denen Berufe nicht gewährt werden, weil bürokratische Hürden den Prozess stoppen oder verlangsamen. Voigt möchte wieder frei sein, seine Ruhe haben und einen Pass haben, um wieder Mensch zu sein. Diese Schicksale kennen wir noch heute und daher ist die Aktualität des Themas hoch präsent.
Martin Luther King III. sagte: "Mein Vater sprach immer davon, die drei großen Übel zu überwinden: Armut, Militarismus, Rassismus. Schauen Sie, wo wir heute stehen.(2008)" Und so erscheint uns das Drama von 1931 doch plötzlich wieder ganz nahe an der Gegenwart zu sein.
Im Drama selbst spielt das Sprichwort 'Kleider machen Leute' eine entscheidende Rolle. Bei Keller hat es noch einen dörflich-realistischen Touch, während bei Zuckmayer eine absolutistisch/militaristische Thematik zentralisiert wird. Diese wird ad absurdum geführt und erzeugt einen komödiantischen Effekt, wobei das Stück selber nicht als Komödie, sondern als "deutsches Märchen" betitelt wird. Und dieses Märchen stellt aber keine Vergangenheit dar. Denn auch heute sind noch Spuren dieser Inszenierung staatlicher Macht zu spüren. Während Wilhelm Voigt aus dem Teufelskreis einer ständigen Jobsuche nicht entkommt, gibt es auch heute viele Menschen, denen Berufe nicht gewährt werden, weil bürokratische Hürden den Prozess stoppen oder verlangsamen. Voigt möchte wieder frei sein, seine Ruhe haben und einen Pass haben, um wieder Mensch zu sein. Diese Schicksale kennen wir noch heute und daher ist die Aktualität des Themas hoch präsent.
Martin Luther King III. sagte: "Mein Vater sprach immer davon, die drei großen Übel zu überwinden: Armut, Militarismus, Rassismus. Schauen Sie, wo wir heute stehen.(2008)" Und so erscheint uns das Drama von 1931 doch plötzlich wieder ganz nahe an der Gegenwart zu sein.
February 24, 2026
Gelesen für die Volksstück-Vorlesung von Jürgen Schröder, Ludwig Thomas Moral, Fleißers Pioniere von Ingolstadt, Kasimir und Karoline, sowie Geschichten aus dem Wienerwald (Horvath) und Stallerhof/Geisterbahn (Kroetz) haben bei mir einen stärkeren Eindruck hinterlassen.
September 19, 2022
Urst schau inna altberlina Schnauze jehalten un macht eenen ooch noch nachdenklich.
October 28, 2024
Irgendwie recht lustig, sehr deutsch und irgendwie auch ein wenig traurig
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December 15, 20243,5 Sterne. Ein Buch über die Überzeugungskraft und den Nutzen von Kleidung (Kleider machen Leute), Täuschung, Rechtsstaatlichkeit und Kritik an im Militär verhafteten männlichen Identität.
January 3, 2023
Sehr interessantes Buch
May 25, 2025
mein gehirn kommt nicht mit dialekt lesen klar aber wilhelm schon ein icon
May 9, 2023
Jellinek: Sehr zum Wohle!
v. Schlettow: Wöhlchen, Prösterchen hipp hipp hurra, möge Ihnen zum Heile gereichen!
Jellinek (zu v. Schlettow): Freuense sich, Sie sind die Gesundheit selbst! [...] Strotzend wie 'n Baum voll Äppel, leuchtend wie ne Sonnenblume knusprig wie ne frischgebackene Semmel Wenn ich 'n Weib wäre, von Ihnen möcht ich 'n Kind haben.
(????????)
GRENADIER (springt wutbrüllend auf, zieht sein Seitengewehr): Dir mach'ck kalt! Kalt machen wer'ck dir!!
KALLE (retirierend): Jetzt kommt er mit'n Keesemesser! Det laß man stecken, du Hammel, det is ja nicht geschliffen!
(nicht das käsemesser omg)
v. Schlettow: Wöhlchen, Prösterchen hipp hipp hurra, möge Ihnen zum Heile gereichen!
Jellinek (zu v. Schlettow): Freuense sich, Sie sind die Gesundheit selbst! [...] Strotzend wie 'n Baum voll Äppel, leuchtend wie ne Sonnenblume knusprig wie ne frischgebackene Semmel Wenn ich 'n Weib wäre, von Ihnen möcht ich 'n Kind haben.
(????????)
GRENADIER (springt wutbrüllend auf, zieht sein Seitengewehr): Dir mach'ck kalt! Kalt machen wer'ck dir!!
KALLE (retirierend): Jetzt kommt er mit'n Keesemesser! Det laß man stecken, du Hammel, det is ja nicht geschliffen!
(nicht das käsemesser omg)
September 4, 2023
So viel casual Antisemitismus hätte ich einem Autor mit jüdischen Vorfahren, der vor den Nazis fliehen musste, gar nicht zugetraut. Ansonsten war ich sehr erstaunt, wie wenig des Stücks tatsächlich die namensgebende Episode beschreibt. 95% sind Vorgeschichte. Die Atmosphäre ist gut und sehr detailreich beschrieben, aber der bekannte Plot kommt erst ganz am Ende. Vielleicht muss ich mir den Film nochmal anschauen, den hatte ich anders in Erinnerung.
January 19, 2014
Our teacher said it was hilarious. It wasn't.
January 13, 2024
I read this for German A-level in around 1981, in German, so I don’t remember details. It’s quite remarkable that I read more 20th century literature in two years of German A-level than I did in seven years of English literature at school, not to mention covering the basics about the two world wars that weren’t even mentioned in history lessons. I have to conclude our two German teachers were exceptional, something I didn’t appreciate at the time.
It’s an absurd tale about a man who cannot get himself established because he doesn’t have the right papers. It’s a situation he can’t escape from because of a ridiculous amount of bureaucracy. The only way to gain any respect is to buy a military uniform from a secondhand shop and pretend to be in the army. The whole thing is ridiculous. Absurdist, in fact. The ridiculous thing is that it was based on a true incident. Having lived in Germany and experienced the level of bureaucracy when you first arrive, I can believe it. And having lived in the highly-regulated but freedom-loving Netherlands, I recognise that a little subterfuge and out-of-the-box thinking may be the only way to circumvent some of the more restrictive rules, but with some rules you just can’t win.
It’s an absurd tale about a man who cannot get himself established because he doesn’t have the right papers. It’s a situation he can’t escape from because of a ridiculous amount of bureaucracy. The only way to gain any respect is to buy a military uniform from a secondhand shop and pretend to be in the army. The whole thing is ridiculous. Absurdist, in fact. The ridiculous thing is that it was based on a true incident. Having lived in Germany and experienced the level of bureaucracy when you first arrive, I can believe it. And having lived in the highly-regulated but freedom-loving Netherlands, I recognise that a little subterfuge and out-of-the-box thinking may be the only way to circumvent some of the more restrictive rules, but with some rules you just can’t win.
May 23, 2022
3,5 Sterne
Ein ‚Märchen‘/ satirisches Drama in 3 Akten - kurzweilig und gut zu lesen. Voigt befindet sich in einem Teufelskreis, ohne Pass bekommt er keine Arbeit, ohne Arbeit keinen Pass. Deshalb schlüpft er in die Rolle eines Hauptmannes. Das Ende: Kleider machen Leute. Zuckermeyer kritisiert damit die damalige Gesellschaft - der Kontrast zwischen Penner und Hauptmann könnte nicht größer sein. Und doch hat man die ganze Zeit über Mitleid mit Voigt, weil er eigentlich ein anständiges Leben führen und endlich einen Pass erhalten möchte. Ich fand das Buch sehr unterhaltsam, trotz starkem Dialekt gut zu lesen und würde es weiterempfehlen.
Ein ‚Märchen‘/ satirisches Drama in 3 Akten - kurzweilig und gut zu lesen. Voigt befindet sich in einem Teufelskreis, ohne Pass bekommt er keine Arbeit, ohne Arbeit keinen Pass. Deshalb schlüpft er in die Rolle eines Hauptmannes. Das Ende: Kleider machen Leute. Zuckermeyer kritisiert damit die damalige Gesellschaft - der Kontrast zwischen Penner und Hauptmann könnte nicht größer sein. Und doch hat man die ganze Zeit über Mitleid mit Voigt, weil er eigentlich ein anständiges Leben führen und endlich einen Pass erhalten möchte. Ich fand das Buch sehr unterhaltsam, trotz starkem Dialekt gut zu lesen und würde es weiterempfehlen.
March 21, 2020
Der Hauptmann von Köpenick - eine Geschichte die auf einer wahren Begebenheit basiert. Es dreht sich um die Missstände des Strafsystems und seine Auswirkungen. Voigt, der sich schwer tut wieder Fuß zu fassen in der Gesellschaft versucht recht einfallsreich dem Teufelskreis zu entkommen.
Der geschriebene berlinerische Dialekt mag zwar sehr authentisch sein, ist aber leider auch wirklich etwas anstrengend auf Dauer.
Das Buch trifft nicht ganz meinen Humor und auch nicht meine Interessen. Trotzdem ist es eine Unterhaltsame Lektüre für zwischendurch und als Theaterstück bestimmt toll.
Der geschriebene berlinerische Dialekt mag zwar sehr authentisch sein, ist aber leider auch wirklich etwas anstrengend auf Dauer.
Das Buch trifft nicht ganz meinen Humor und auch nicht meine Interessen. Trotzdem ist es eine Unterhaltsame Lektüre für zwischendurch und als Theaterstück bestimmt toll.
January 7, 2023
Ich musste dieses Buch für die Schule lesen. Tatsächlich fand ich es einwenig spannender, als das was man sonst so in der Schule als Lektüren ließt, aber die Sprache bzw. der Dialekt in dem es geschrieben ist, macht es etwas schwer zu lesen, wenn man diesen nicht versteht. Es hat eine Weile gedauert, bis ich alle Wörter entziffern konnte.
May 3, 2019
Eine der großen Klassiker der deutschen Literatur, der die Verhältnisse zur Kaiserzeit ebenso auf die Schippe nimmt, wie die hohe Ehre der Offiziere. Vergleichbar mit "Leutnant Gustel", wenn auch mehr in Richtung Tragödie, bevor es am Ende zur Komödie wird.
March 30, 2020
Persönlich finde ich es besser, den Film zu sehen, da das Buch/Stück im Berliner Dialekt geschrieben ist. Wenn es einen aber nicht stört, ist es eine gute und humorvolle Geschichte, die auf wahren Begebenheiten (!) beruht.
November 8, 2020
Das Buch ist die Verschriftlichung des 1931 erschienenen, gleichnamigen Filmes. Neben der Hauptaussage "Kleider machen Leute" bekommt man auch einen interessanten Einblick in das Militär-fixierte Preußen um die Jahrhundertwende.
January 19, 2022
Witty satire on the lure and charm of uniforms and the pervasive influence of the military in Germany (both Imperial Germany, in which it is set, and the menace of militarism soon to come in the years before the Nazis took power). Thick with the local color of Berlin and the Berliners.
May 2, 2024
Ich fand es sehr langweilig, meiner Meinung nach war es ebenfalls schwer zu verstehen, durch die Akzent!
Es wurde sehr in die Länge gezogen und ich muss gestehen, mein all time fav Drama ist es nicht.
Es gibt Dramen, die sind deutlich besser!
Es wurde sehr in die Länge gezogen und ich muss gestehen, mein all time fav Drama ist es nicht.
Es gibt Dramen, die sind deutlich besser!
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