Non-lineares Schreiben
Grundsätzlich schreibe ich meinen Roman relativ linear vom Anfang bis zum Ende. Aber hin und wieder weiche ich von dieser Praxis ab. Ich habe nämlich festgestellt, dass es hilfreich sein kann, an einer ganz anderen Stelle der Geschichte weiterzumachen, wenn ich an der aktuellen Stelle nicht weiterkomme. Gerade bei zwei weitgehend parallel verlaufenden Handlungssträngen springe ich manchmal wild von einem zum anderen – je nachdem, in welchem Strang mir gerade eine Idee kommt. Manchmal skizziere ich auch eine Szene, die mir in den Sinn kommt, obwohl sie erst viel später in der Geschichte auftaucht. Dann ist sie schon mal angelegt und geht nicht verloren. Wenn es so weit ist, füge ich sie dann einfach ein und arbeite sie aus. Auf diese Weise werde ich nicht allzu nervös, wenn ich irgendwo festhänge.
Oft weiß ich gar nicht so genau, was ich schreiben soll, bis ich mich an den Computer setze. Plötzlich sind die Bilder und Worte da, mal verschwommener, mal schärfer. Auf jeden Fall schreibe ich erst mal drauflos. Umformen, ausarbeiten, umstellen oder streichen kann ich später immer noch. Ein alter Schriftstellerrat heißt: Write drunk, edit sober! (Schreibe betrunken, überarbeite nüchtern!) Da ist definitiv etwas dran. :-)


