Patricia Strunk's Blog, page 2
February 9, 2023
Cover-Reveal für die „Geschichten aus dem Garten“
Ende März erscheinen meine „Geschichten aus dem Garten“, eine kurzweilige Sammlung von Begegnungen mit Wildtieren in Tagebuchform. Drei Jahre lang – nicht von ungefähr im Zeitraum der Corona-Pandemie – habe ich Eichhörnchen, Füchse und Co. beobachtet und meine Erlebnisse mit einem Augenzwinkern aufgeschrieben. Dabei habe ich festgestellt: In meinem Garten macht jeder, was er will.
Aber nicht nur Eichhörnchen, Füchse, Mäuse und Vögel liefern Beiträge, sondern auch Spinnen und Wespen. Ja, selbst mit Insekten kann man berührende Momente erleben – und das meine ich nicht im Sinne von gestochen werden.
Einige der Geschichten habe ich bereits auf Facebook veröffentlicht. So kam es überhaupt erst zu der Idee, daraus ein Buch zu machen.
Sowohl das Taschenbuch als auch das E-Book werden farbige Abbildungen enthalten. Hierbei habe ich auf die KI von Midjourney zurückgegriffen, mit der ich schon für meine Beiträge auf Instagram experimentiert habe. Eine Freundin riet mir zu einem einheitlichen Stil und ich entschied mich für die Kunstrichtung des Expressionismus. Insbesondere Franz Marc hat wunderschöne Bilder von Tieren geschaffen. Die KI-Werke sind eine Hommage an ihn und andere große Künstler seiner Zeit.
Das E-Book kann ab sofort bei Amazon vorbestellt werden.
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September 29, 2022
Dunkle Wasser
Unsere neue Halloween-Anthologie ist da! Bloody Qindie’s diesjährige Sammlung gruseliger und düsterer Geschichten entführt euch zu dunklen Wassern.
Wasser. Lebenselixier. Ort der Erholung. Doch immer haftet dem Unbekannten auch etwas Unheimliches an. Warum sonst fürchten so viele Menschen das tiefe Wasser? Wir wissen nicht, was sich unter der Oberfläche abspielt. Ist es wirklich eine gute Idee, mit dem Boot aufs offene Meer hinauszufahren? Oder locken wir sie so erst an: die Lebewesen, die uns nicht wohlgesonnen sind? Die Wellen spülen sie ans Ufer, und nicht immer sind wir in der Lage, Gut und Böse voneinander zu unterscheiden.
Begleitet uns durch die Gewässer dieser Welt! Aber entscheidet weise, ob ihr eurem Forscherdrang nachgebt oder lieber das Ruder in die Hand nehmt und euch in Sicherheit bringt, solange ihr noch könnt.
Als E-Book und Taschenbuch überall im Buchhandel erhältlich.
September 19, 2022
Buch Berlin 2022
Buch Berlin 2022 in der Arena BerlinEndlich wieder eine Buchmesse! Die Buch Berlin fand zwar auch im letzten Jahr statt, doch da hatte ich es leider im Kreuz. Deshalb habe ich mich in diesem Jahr umso mehr darauf gefreut. Ich habe mein Spielbuch „Jagd auf den Seelenfänger“präsentiert und zum ersten Mal auch den Abschlussband von „Nixenherz“, dessen Veröffentlichung genau in die Pandemie fiel.
Die Buch Berlin vom November auf den 17. und 18. September vorzuverlegen, war nicht nur wegen Corona eine gute Idee. Auch wenn das Wetter derzeit nicht eben entzückt, ist es wärmer als im November und allemal länger hell. Auch die breiten Gänge waren angenehm. Die Besucher*innen konnten an den Ständen zu beiden Seiten stehenbleiben, ohne dass es Gedränge gab.
Erfreulicherweise hat die Messe einige Interessierte angelockt und wir haben am Stand von Qindie in der Winkelgasse 26 ganz ordentlich verkauft. Aber noch viel wichtiger: Wir haben uns endlich wiedergesehen und konnten uns über dieses und jenes austauschen. Wir hatten an den beiden Tagen viel Spaß und eine rundum gute Zeit.
Hier einige Impressionen von den beiden Messetagen:
Wir waren in der Winkelgasse 26 zu finden – wie sich das für Fantasy-Autor*innen gehört!
Ich am Stand von Qindie
Unsere düsteren Anthologien!
Jana Oltersdorff und Jacqueline Spieweg
Katharina Gerlach, David Pawn und Jaqueline Spieweg
Eine Auswahl unserer Fantasy-BücherImpressionen von der Buch Berlin 2022
June 5, 2022
„Waldesdunkel“ auf der Skoutz-Midlist
Hurra, unsere Qindie-Anthologie „Waldesdunkel“ hat es auf die Midlist des diesjährigen Skoutz-Awards geschafft! Ich bin stolz, dass auch von mir zwei Geschichten enthalten sind: „Die Axt“ (Horror) und „Festgewurzelt“ (Märchen). Ab 11. September 2022 könnt ihr für die Shortlist abstimmen und wir würden uns sehr freuen, wenn ihr uns eure Stimme gebt.
Skoutz-Award: Midlist Anthologie von Thiago Ruiz
February 24, 2022
Jagd auf den Seelenfänger
Ab 10. März überall im BuchhandelISBN 978-3-7557-8261-2.
Anfang März erscheint mein Spielbuch „Jagd auf den Seelenfänger“. Ein interaktives Abenteuer, in dem du als Leser bzw. Leserin die Rolle der Heldin übernimmst. Deine Aufgabe: Hofmagier Mogreb daran zu hindern, die Seelen der Einwohner Lerodas mit Hilfe eines magischen Kristalls, „Seelenfängers“ genannt, zu versklaven und die Herrschaft an sich zu reißen. Es ist ab 12 Jahren geeignet, aber auch Erwachsene dürften ihren Spaß daran haben.
Leider kann ich es nun doch nicht wie geplant auf der Leipziger Buchmesse vorstellen, da diese zum dritten Mal in Folge abgesagt ist. Damit ist das Spielbuch nach „Der gespaltene Prinz“ mein zweites Buch, dessen Erscheinen von Corona überschattet wird. Aber was soll man machen?
Das Buch hat einen langen Weg hinter sich – einen sehr langen. Den ersten Entwurf, damals unter dem Titel „Die Tempel von Koos“, schrieb ich vor über dreißig Jahren, als ich noch zur Schule ging. Handschriftlich mit Füller, einige Passagen mit der elektrischen Schreibmaschine. Einige Jahre später übertrug ich das Manuskript mit Hilfe eines Studenten der TU, eines Scanners und eines Umwandlungsprogramms in den Computer – mit so vielen Fehlern, weil das Programm die Buchstaben nicht erkannte, dass es wahrscheinlich genauso schnell gegangen wäre, alles neu zu schreiben.
Das habe ich zehn Jahre später auch getan, weil die Geschichte doch einige Defizite hatte. Außerdem fertigte ich Illustrationen und eine neue Landkarte an. Diese Version hätte ich beinahe bei einem Verlag untergebracht; im letzten Moment scheiterte die Annahme aber doch. Inzwischen hatten Computerspiele den Markt übernommen und ich legte mein Projekt auf Eis.
Wiederum zehn Jahre später versuchte ich das Spielbuch in ein eBook mit anklickbaren Verweisen umzuwandeln – mit mäßigem Ergebnis. Die Links funktionierten einfach nicht zuverlässig.
Das erfolgreiche Konzept der Escape-Spiele leitete ein Revival der Spielbücher ein – zumindest ist das mein Eindruck, vielleicht waren sie aber auch nie vom Markt verschwunden. Jedenfalls habe ich meine Geschichte noch einmal gründlich überarbeitet, einige Passagen umgestellt bzw. neu geschrieben, zusätzliche Rätsel und Illustrationen eingefügt, das Buch neu gesetzt und ihm zuletzt einen zugkräftigeren Titel und ein zeitgemäßiges Cover verpasst.
Ihr seht also, dieses Buchbaby, mein allererstes Buchprojekt überhaupt, ist eine Herzensangelegenheit. Umso mehr freue ich mich, es endlich in die Welt zu entlassen. Als Taschenbuch wird es in jeder Buchhandlung erhältlich sein. Auf eine eBook-Version musste ich aus genannten Gründen leider verzichten.
February 10, 2022
Warum schreiben wir, was wir schreiben?
„We are writers, and we never ask one another where we get our ideas; we know we don’t know.“
Das ist zum Teil zwar richtig. Trotzdem will ich die Frage aufwerfen:
Warum schreiben wir, was wir schreiben? Wie kommen wir zu unseren Geschichten? Weshalb ist es von der Vielzahl an Möglichkeiten schließlich diese eine Idee, die sich in unserem Kopf und unserem Herzen festsetzt und uns zu unserem nächsten Projekt inspiriert? Warum verlangt eine Figur, dass wir genau ihre Geschichte erzählen? Was ist es, das hinter unseren Ideen steht, das wir bewusst oder unbewusst als so bedeutsam erachten, dass wir es erzählen müssen? Und was verrät das über uns selbst?
Verfolgen wir ein tiefer gehendes Anliegen? Wollen wir unsere Leser auf etwas aufmerksam machen, ihnen etwas mitteilen, sie zum Nachdenken anregen?
Sicherlich ist das ein Grund. Aber ist es der einzige?
Thomas Mann sah es so: „Wir finden in den Büchern immer nur uns selbst.“
Wenn das für die Lesenden gilt, dann erst recht für die Schreibenden.
Erfahren wir beim Schreiben also mehr über das, was uns im Innersten antreibt? Verarbeiten wir eigene Erlebnisse? Erfüllen wir uns durch unsere Protagonisten unsere eigenen Wünsche, stellen uns unseren eigenen Ängsten und entdecken, was uns persönlich im Leben wichtig ist? Nutzen wir unsere Figuren, um Dinge zu tun, die wir im wahren Leben nicht tun würden oder tun können, weil es die Etikette nicht erlaubt, wir es uns nicht trauen oder schlicht nicht die Möglichkeit dazu besteht (wer wäre schon je auf einem Drachen geritten)?
Ich finde es jedenfalls faszinierend, der Herkunft meiner eigenen Inspiration nachzuspüren, auch wenn ich sie dadurch nur zum geringen Teil ergründen kann.
Beim Jagd auf den Seelenfänger trieb mich die Neugier, ob ich fähig sei, so ein Spielbuch selbst zu verfassen, nachdem ich allein und zusammen mit meiner Schulfreundin mehrere davon durchgespielt hatte. Es schien mir einfacher zu sein, als einen Roman zu schreiben. Diese Annahme war sowohl wahr als falsch. Vielleicht hat es deshalb dreißig Jahre gedauert, das Buch auf den Weg zu bringen. Warum es genau diese Geschichte geworden ist, kann ich euch nicht sagen. Sie gefällt mir aber heute noch genauso gut wie damals.
Die Idee zu Inagi kam mir irgendwann nach der Lektüre von Elsha – Rebellin und Seherin von Sherryl Jordan. Dort geht es um eine zerstörte Welt und eine Sklavin mit besonderen Fähigkeiten. Auch bei Inagi steht mit Ishira eine Sklavin mit einer besonderen Verbindung zu den Drachen im Mittelpunkt. Dass die Geschichte im Kern eine Geschichte über die Folgen der Ausbeutung von Mensch und Natur ist, wurde mir erst beim Schreiben des zweiten Bandes so richtig bewusst. Daraufhin habe ich den ersten Teil noch einmal überarbeitet und angepasst. Ich würde also nicht sagen, dass ich die Trilogie gezielt mit dem Ansinnen geschrieben habe, auf dieses Thema aufmerksam zu machen, aber es liegt mir auf jeden Fall am Herzen.
Nixenherz entstand im Anschluss an eine Rundreise durch Schottland. Bei diesem Projekt stand die Fabulierfreude im Vordergrund – das Vergnügen, aus Motiven und Gestalten der keltischen Folklore eine originelle, märchenhafte Geschichte zu weben. Die Nixe Yrssa und ihr Gegenspieler, der Prinz, haben mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Ich wollte unbedingt wissen, ob es für die beiden eine Chance geben kann oder zu viel zwischen ihnen steht. Im Kern geht es um die Themen Schuld und Verantwortung – und natürlich um die Liebe.
Mein aktuelles Projekt Die Schatten von Troubridge Hall verdankt seine Entstehung der Sichtung des Nachlasses meines Vaters. Ich fand Unterlagen über seine Kriegsgefangenschaft in England sowie ein kleines deutsch-englisches Wörterbuch und erinnerte mich wieder an die Geschichte, die er so oft erzählt hatte: Wie eine englische Familie, deren Sohn im Zweiten Weltkrieg gefallen war, ihn Weihnachten 1946 zu sich nach Hause einlud und ihm einen warmen Mantel und das Wörterbuch ihres Sohnes schenkte. Ich stellte mir vor, wie die Enkelin die Familie aufsucht, um sich zu bedanken – und auf ein dunkles Geheimnis stößt. Das berühmte „Was wäre, wenn …“
Was inspiriert euch zu euren Geschichten?
February 7, 2022
Geschichten aus dem Garten
Amselmännchen: Bild von gb59098 auf PixabayMan könnte denken, es sei Frühling, dabei gibt sich nur die Sonne kurz die Ehre – eine Seltenheit in diesem Winter. Den Amseln genügt das als Anlass. Eigentlich brauchen sie überhaupt keinen Anlass, um ihrer Lieblingsbeschäftigung zu frönen.
Amselmännchen Eins springt in den Brunnen und beginnt zu planschen. Amselmännchen Zwei landet in der Kletterhortensie. Eins badet weiter. Zwei hüpft auf den Brunnenrand und verscheucht den Konkurrenten. Dabei will er gar nicht baden, nur stänkern und zeigen, wer im Garten das Sagen hat. Aufgeplustert hockt er auf dem Rand und zeigt aller Welt, dass dies sein Badebecken ist.
Was denn, da ignoriert ihn doch so eine freche Meise! Na, der gehören Manieren beigebracht!
Die Meise sucht das Weite. Dafür kommt Zwei zurück. Eins verfolgt ihn sofort. Geschickt lockt Zwei ihn zur Vogeltränke weiter hinten im Garten, indem er vorgibt, dort baden zu wollen. Tatsächlich kehrt er sofort zum Brunnen zurück. Fast wäre der Plan aufgegangen, doch Eins kommt schnell hinter die Finte und jagt Zwei um den Brunnen. Einmal, zweimal herum, dann flüchtet Zwei in die Hortensie. Eins beschließt, der Konkurrenz was vorzubaden.
Unterdessen landet das Amselweibchen in der Vogeltränke und planscht ausgiebig. Sollen die Kerle doch ihre Macho-Spielchen spielen!
Eins hat sich genug vergnügt und tauscht mit Zwei die Plätze, der jetzt auch endlich in Ruhe baden darf, nachdem er die Rangordnung akzeptiert hat. Fragile Harmonie. Mit lautem Tschak, tschak fliegt das Weibchen an den beiden vorbei. Es klingt fast, als lache sie die Männchen aus. Recht hat sie. Die und ihr Imponiergehabe!
December 20, 2021
Besinnliche Feiertage

Auch dieses Jahr ist trotz oder wegen Corona wie im Fluge vergangen. Viel geschrieben habe ich leider nicht, jedenfalls nichts Literarisches. Es fehlte entweder an Zeit oder Motivation. Mein Familienthriller hängt seit Frühling im ersten Kapitel fest. Vorläufig wird sich daran wohl auch nichts ändern, denn derzeit verfasse ich im Wesentlichen juristische Skripte für meinen neuen Job.
Zudem ging es mir es in diesem Jahr häufig emotional und gesundheitlich nicht gut, weshalb ich mich auch in den sozialen Medien rargemacht habe. Nicht mal auf der Buch Berlin war ich, obwohl ich mich darauf gefreut hatte. Dafür habe ich viel Zeit mit meinen Freunden verbracht und das hat mir gutgetan.
Immerhin sind meine Gartengeschichten angewachsen. Da werde ich noch ein Jahr lang Erlebnisse mit meinen liebenswerten wilden Gartenbewohnern sammeln und plane die Veröffentlichung zur LBM 2023.
Einem Uralt-Projekt habe ich mich allerdings noch einmal angenommen. Nachdem die guten alten Spielbücher durch die Escape-Games ein Revival erlebt haben, werde ich mein allererstes Manuskript zur LBM 2022 auf den Markt bringen. Ich hoffe, ich schaffe es zeitlich. Ich möchte einige Passagen überarbeiten und um visuelle Rätsel ergänzen.
So viel zum Rück- und Ausblick. Ich wünsche euch besinnliche Feiertage im Kreise der Menschen, die euch am Herzen liegen. Kommt gut ins neue Jahr!
Eure Patricia
July 28, 2021
Geschichten aus dem Garten
Ich habe einen frechen Jungfuchs im Garten. In der ersten Nacht hat er einen meiner alten Schnürschuhe, die ich zur Gartenarbeit anziehe, auf den Rasen verschleppt, in der zweiten den Eichhörnchenfutterkasten vom Flieder gerissen. Keine Ahnung, ob der Kasten nach Eichhörnchen und Maus roch oder ob der Fuchs ausprobieren wollte, wie es sich vegan lebt. Jedenfalls muss ich am nächsten Tag arbeiten und beschließe, den Kasten erst am Abend anzuschrauben. Kaum sitze ich auf der Terrasse beim Frühstück, kommt das Eichhörnchen und sucht den Kasten. Ich hebe ihn hoch, zeige ihn dem Hörnchen und sage: „Das war der Fuchs. Ich schraube es euch heute Abend wieder an.“ Das Hörnchen sitzt im Flieder und starrt mich förmlich nieder, so nach dem Motto: „Wie jetzt, du sitzt da einfach und frühstückst, und ich? Du schraubst den Kasten jetzt gleich an.“ Ja, na schön, schon gut. Ich gehe also in den Keller und hole den Akkuschrauber, nehme den Kasten und gehe zum Flieder, immer noch unter scharfer Beobachtung des Hörnchens. Es springt erst im letzten Moment in die Tanne. Kaum sitze ich wieder am Tisch, kommt es zurück. Aber nun riecht der Kasten entweder nach Fuchs oder Mensch, jedenfalls ist es nicht genehm und das Hörnchen trollt sich erst mal. Toll, und dafür komme ich zu spät zur Arbeit.
Die zerkauten SchuheAn die Schuhe habe ich gar nicht mehr gedacht. Am späten Abend liegen meine Latschen auf dem Rasen – mit zerkauten Riemen. War noch echtes Leder, das war wohl lecker. Von meinen Schnürschuhen fehlt der eine ganz, ich finde ihn im Dunkeln auch nicht wieder, erst am nächsten Tag hinten im Garten – immerhin nicht zerkaut. Also habe ich ein neues Paar Pantoletten bestellt, im Sonderangebot (leider kein Leder mehr). Als ich heute bei der Arbeit die Mail bekomme, dass meine Schuhe geliefert werden, denke ich nur: „Oh, oh, hoffentlich stellt der Paketdienst das Paket nicht auf der Terrasse ab. Dann kommt der Fuchs, zerfetzt die Verpackung, denkt: ‚Geil, neue Schuhe!‘ und zerkaut die auch wieder.“ Zum Glück hat der Paketdienst mitgedacht und die Lieferung hinter Tisch und Stuhl an der Wand verkeilt. Vielleicht haben sie den Fuchs ja gesehen, der schleicht selbst tagsüber durch den Garten. Gestern war er auch da, ich habe ihn durchs Küchenfenster angeschaut und er mich auch, und was soll ich euch sagen? Er hat so ausgesehen, als wüsste er ganz genau, dass es nicht in Ordnung war, meine Schuhe zu zerkauen. Ich habe sie ihm überlassen, sind ja eh kaputt. Aber wahrscheinlich will er sie jetzt nicht mehr. Die neuen stehen jedenfalls drinnen.
July 17, 2021
Die Schatten von Troubridge Hall
Lange habt ihr nichts von mir gelesen. Während des Lockdowns ist in meinem Leben einiges passiert, das mehr oder weniger zu einer kreativen Flaute geführt hat. Die scheint jetzt endlich vorbei zu sein. Jedenfalls habe ich seit einem halben Jahr zum ersten Mal wieder Lust und vor allem Kraft, zu schreiben und an meinem neuen Roman zu arbeiten. Ich glaube, ich habe euch schon von dem Projekt erzählt. Ein Familienthriller, angesiedelt in einem englischen Herrenhaus. Was sich auf der malerischen Terrasse oben abspielt, wenn sich die Familie versammelt, ist nicht unbedingt harmonisch – und mindestens eines der Familienmitglieder hütet ein Geheimnis, für das er oder sie bereit ist zu morden.
Ein Genre, in dem ich bisher noch keine Schreiberfahrung habe, weshalb die Hemmschwelle zusätzlich erhöht war. Doch die ersten Seiten sind geschafft und das ist buchstäblich ein Anfang. Wie heißt es so schön: Man wächst an den Herausforderungen. Außerdem macht es richtig Spaß. Ich hoffe, dass ich jetzt wieder kontinuierlich am Ball bleibe. Ihr dürft jedenfalls gespannt sein.
Warum ich die Geschichte in England angesiedelt habe? Das hat nichts damit zu tun, dass Geschichten, die dort spielen, sich gut verkaufen, sondern weil es eine Voraussetzung der zugrundeliegenden Idee ist. Ich gebe allerdings zu, dass englische Herrenhäuser auch einfach großartige Settings bieten und ich vor allem die Gärten liebe. Falls mir das die Tür zu einer Agentur aufstößt, werde ich natürlich hindurchgehen. 


