Patricia Strunk's Blog, page 16
November 30, 2014
Schöne Adventszeit
Es geht wieder ans Türchen öffnen! :-)
Ich wünsche euch allen eine schöne und besinnliche Adventszeit!
Mein 1. Advent lief nicht ganz so wie vorgestellt. Statt Kerze gab es Feueralarm und ich musste mit meinen Kollegen und den Besuchern beinahe eine Stunde lang durchgefroren in der Kälte stehen – ohne Jacke. Aber nachdem ich mich jetzt in der Badewanne aufgewärmt, mir einen heißen Met eingegossen habe und auf dem Sofa Printen knabbere, ist alles wieder gut (hoffe ich).
November 24, 2014
2 Jahre dabei
Heute bin ich zwei Jahre bei WordPress. Wie die Zeit vergeht. Damals hatte ich gerade Inagi 1 (in der ersten Fassung) auf den Markt gebracht. Seither ist eine ganze Menge geschehen. Vor zwei Jahren dachte ich noch, die Geschichte wäre in zwei Bänden abgeschlossen, und jetzt werden es die berühmten drei. Ich hatte auch nicht zu hoffen gewagt, dass das Buch so viele Rezensionen bekommen würde – noch dazu so viele positive. Deshalb hier noch mal mein herzlicher Dank an alle Leser und Rezensenten!
November 19, 2014
Music for the Mood 5
‘Hana ni nare’ von Flumpool: Das ist der Song, den ich auf dem Weg nach Bangkok und zurück mindestens achtmal gehört habe – und jetzt habe ich ihn bei YouTube entdeckt. So ein Glück, denn das Album bekomme ich erst in drei Wochen und wir wollen ja keine Entzugserscheinungen riskieren. :-)
Music for the Mood 4
‘Hana ni nare’ von Flumpool: Das ist der Song, den ich auf dem Weg nach Bangkok und zurück mindestens achtmal gehört habe – und jetzt habe ich ihn bei YouTube entdeckt. So ein Glück, denn das Album bekomme ich erst in drei Wochen und wir wollen ja keine Entzugserscheinungen riskieren. :-)
November 17, 2014
Gedanken am Wasserfall
Als Nachtrag noch ein kleines Gedicht, das mir auf der Reise in den Sinn kam:
Gedanken am Wasserfall
Am Wasserfall sitze ich
in die Betrachtung springender Koi versunken.
Um mich herum flirrt die Hitze.
Ich meditiere über Götter und Tempel,
über Buddha, Shiva und Vishnu
und darüber,
dass alles eins ist.
Es gibt so viel zu lernen
wie Reiskörner im Feld wachsen.
Der Parfümduft der Frangipaniblüten
lässt mich langsam in den Schlaf gleiten.
Mynas wecken mich energisch,
fordern ihren Anteil an Wissen ein –
und an meinen Tamarindenbonbons.
Patricia Strunk (2014)
Anm: Mynas oder Miner Birds sind Verwandte der Beos.
Der letzte Tag
In der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts verlegte Indravarman die Hauptstadt in die Ebene und gründete Hariharalaya (benannt nach der synkretistischen Gottheit Harihara, einer Zusammenfügung von Shiva und Vishnu). Wir besichtigen die sogenannte Roluos-Gruppe, bestehend aus den drei kleinen Anlagen Preah Ko, Bakong und Losei. Der Bergtempel Bakong war der erste große Staatstempel der Khmer und Vorbild für spätere, noch größere Anlagen.
Am späten Vormittag fahren wir zurück ins Hotel, da H.P., Fredi und der dritte ältere Herr im Bunde unsere Runde vorzeitig verlassen, um ihre Badeverlängerung anzutreten. Wir anderen haben ein wenig freie Zeit, um eine letzte Runde im Pool zu drehen und etwas zu essen, bevor wir zur letzten Besichtigung aufbrechen: Banteay Samre, die Zitadelle der Samre, ist eine selten besuchte Anlage aus der Regierungszeit Suryavarmans II. (1. Hälfte 12. Jahrhundert). Ebenso wie Angkor Wat war auch dieser Tempel Vishnu geweiht. Wir genießen die Ruhe der hervorragend restaurierten Anlage und die Tatsache, dass wir fast die einzigen Besucher sind.
Ja, und dann heißt es Abschied nehmen vom Reich der Khmer. Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen fahren wir zum Flughafen und treten unsere lange Heimreise an.
Na, wer erinnert sich noch an die Namen der bedeutendsten Herrscher? :-)
Tomb Raider
Habe gerade meine Fotos gesichtet und festgestellt, dass ich wieder viel zu viele gemacht habe. Ok, so viele wie in Sri Lanka waren es nicht, aber immerhin deutlich mehr als 1.000. Da muss ich noch ordentlich reduzieren. Aber es sind auf jeden Fall einige sehr schöne dabei, die ich euch zu späterer Zeit präsentieren werde.
Es folgt der Bericht des vorletzten Reisetages, gleichzeitig einem der Höhepunkte: die berühmtesten Anlagen der archäologischen Zone von Angkor, die inzwischen rund 5 Mio. Besucher im Jahr verzeichnet (vor allem aus China, Japan, Korea und Malaysia).
Angkor Thom
Die ‘Große Hauptstadt’ wurde Ende des 12. Jahrhunderts auf Geheiß Jayavarmans VII. als neue und letzte Hauptstadt des Angkorreiches errichtet, nachdem die Cham die alte zerstört hatten. Jayavarman VII. regierte 30 Jahre lang und gilt als einer der bedeutendsten Herrscher Angkors. Im Einzugsgebiet Angkor Thoms lebten zur Blütezeit schätzungsweise 1 Mio. Menschen (vgl. Siem Reap heute: rund 25.000 Einwohner). Damit war die Stadt zur damaligen Zeit eine der größten Städte der Welt.
Sehenswert sind vor allem der Bayon mit seinen Gesichtertürmen, die alle Jayavarman VII. darstellen, der sozusagen alles im Blick hatte. Außerdem besuchen wir die Elefantenterrasse und die sogenannte Terrasse des Leprakönigs – Festterassen, von denen die Herrscherfamilie und hochgestellte Persönlichkeiten eine gewaltige Freifläche überblickten konnten, auf der Aufmärsche und andere Festlichkeiten stattfanden. Obwohl es noch nicht mal 11:00 Uhr ist, läuft uns schon wieder der Schweiß. Anschließend muss sich unser Reiseleiter an einem der Verkaufsstände erst mal mit einem neuen Shirt eindecken.
Ta Prohm
Der Tempel, der durch den Film “Tomb Raider II” mit Angelina Jolie bekannt wurde. Der Film war nicht der Knaller, aber die Szene mit den lebendig werdenden Steinskulpturen im Tempel war schon eindrucksvoll. Tatsächlich gibt es keine Skulpturen in Ta Prohm. Die echten stehen heute sowieso alle im Museum in Phom Phen oder Siem Reap – wenn sie nicht vorher gestohlen wurden. Wie sagte unser Reiseleiter so schön? Der Kopf macht gerade Urlaub in … (Thailand, USA, Frankreich oder anderswo). Meist handelt es sich um Auftragsdiebstähle und oft wird wirklich nur der Kopf gestohlen. Dass die Diebe selbst von Kunst keine Ahnung haben, zeigt sich daran, dass selbst erneuerte, aus Beton gegossene Köpfe abgesägt werden (in SOAsien gibt es eine Menge ‘Betonköpfe’ ;-) ).
Die von mächtigen Luftwurzeln überwucherten Ruinen sind malerisch, mystisch und spektakulär. Noch besser würde sich ihre Wirkung freilich entfalten, wenn nicht Scharen chinesischer Touristen hindurch toben würden. Einmal kurz weggeschaut und schon habe ich meine Gruppe aus den Augen verloren – und das nicht nur einmal, sondern dreimal. Aber die Sonne steht tief und das Licht ist mild, so dass sich die richtige Stimmung für Fotos ergibt. Irgendwie schaffe ich es sogar, sie weitgehend frei von menschlichen Störfaktoren zu halten.
Zum Mittagessen fahren wir zurück ins Hotel. Kaum haben wir es uns auf der Terrasse gemütlich gemacht, geht ein Regenguss nieder, so dass ich vor den spritzenden Tropfen weiter an die Hauswand flüchte. So ein Mist! fluche ich. Hoffentlich klart es wieder auf. Angkor Wat im Regen zu besichtigen, wäre jammerschade.
Wir haben wohl genügend gutes Karma gesammelt. Bis wir aufbrechen, scheint die Sonne tatsächlich wieder. :-)
Angkor Wat
Der größte Sakralbau der Welt und neben Borobodur (Java) und Bagan (Myanmar) eine der drei kunsthistorisch bedeutendsten Stätten Südostasiens, war Vishnu geweiht. Man nimmt an, dass Angkor Wat ein Totentempel war, da er als einziger Tempel der Khmer-Architektur nicht nach Osten, sondern nach Westen ausgerichtet ist, der Himmelsrichtung des Totengottes Yama. Etwa 37 Jahre wurde an Angkor Wat gebaut. Suryavarman II., der das Bauwerk in Auftrag gab, hat dessen Fertigstellung nicht mehr erlebt. Die Arbeiten scheinen nach dem Tod des Königs im Jahr 1150 bald eingestellt worden zu sein, da einige der Reliefs unvollendet blieben.
Die Anlage misst etwa 1,5 x 1,3 km. Der umlaufende Wassergraben ist beinahe 200 m breit und stellt den Ur-Ozean dar. Der Tempel im Zentrum der Anlage besitzt die üblichen fünf Türme (Prasats), die die fünf Gipfel des Heiligen Berges Meru symbolisieren. Die Architekten verfügten über raffinierte Kniffe, um beim Betrachter die maximale Wirkung zu erzielen. So ist der Zeremonialweg genau doppelt so lang wie das Gebäude breit ist, damit die Gläubigen nach dem Durchschreiten des Tores das gesamte Bauwerk im Blick hatten. Außerdem steigt der Weg leicht an und verlängert damit optisch den Weg. Die Basreliefs der unteren Galerie weisen mehr als 1000 m² Fläche auf. Sie stellen historische Szenen und Episoden aus dem Ramayana und Mahabarata sowie dem Schöpfungsmythos des ‘Quirlen des Milchozeans’ dar und sind entgegen dem Uhrzeigersinn zu lesen.
Am Teich vor dem Tempel, in dem sich das Bauwerk fotogen spiegelt, versammeln wir uns bei schönstem Sonnenschein zum Gruppenfoto. Dann besichtigen wir die Reliefs. Während unser Reiseleiter uns die dargestellten Szenen erläutert und einen Handlungsabriss des Ramayana und Mahabharata gibt, verschwindet die Sonne hinter Wolken und unmittelbar darauf geht der zweite Gewitterregen des Tages nieder. Zum Glück stehen wir im Trockenen und wir lauschen so lange den Ausführungen unseres Reiseleiters, bis der Regen vorbeigezogen ist.
Den Aufstieg zu den oberen Terrassen mit den berühmten Apsaras und zum Allerheiligsten schenke ich mir diesmal, da ich die steinernen Tempeltänzerinnen, von denen keine der anderen gleicht, ebenso wie die Aussicht von der obersten Etage schon vor drei Jahren bewundert habe. Stattdessen schlendere ich noch ein wenig durch die Galerien und beobachte einen Affen dabei, wie er geschickt das Fruchtfleisch aus einer der Kokosnüsse schält, die an den Ständen zum Trinken angeboten werden. So leben nicht nur die Standbesitzer von den Touristen, sondern auch die Affen, von denen hier einige herumturnen – ganz so, als bewachten Hanumans Nachkommen noch immer die bildliche Darstellung der heldenhaften Tat ihres großen Generals, der Prinz Rama (eine Inkarnation Vishnus) dabei half, seine Frau Sita zurückzuholen, die von dem Dämonenkönig Ravenna nach (Sri) Lanka entführt worden war. Die fantasievolle Geschichte (ohne Happy End) ist nachzulesen im Ramayana, einem der beiden großen Epen Indiens, die sich auch heute noch größter Beliebtheit erfreuen. Inzwischen werden die Ereignisse nicht mehr in Stein gehauen wie auf der Westterasse des Angkor Wat, sondern in Bollywood auf Zelluloid und Chip gebannt. Die Schauspieler werden mit den Figuren, die sie verkörpern, quasi gleichgesetzt, so dass insbesondere die Darsteller Ramas, der die perfekte Tugend verkörpert, gute Chancen haben, aufgrund ihrer Beliebheit und Bekanntheit später zu Präsidenten aufzusteigen.
Wow, was für ein Tag! Mit dem heutigen Programm hätte man locker zwei Tage füllen können. Trotzdem möchte ich nicht eine Minute missen. Angkor hat mich erneut in seinen Bann gezogen und daran können weder Touristen noch Regenschauer etwas ändern.
Buch Berlin 2014
So, die erste Buch Berlin ist vorbei. War eine schöne Erfahrung. Mit etwa 65 Ausstellern war die Messe überschaubar und die Atmosphäre sehr angenehm. Tatsächlich eine Wohlfühlatmosphäre, wie von den Veranstaltern angekündigt. Die Lesungen waren mal mehr, mal weniger gut besucht, aber thematisch auf jeden Fall abwechslungsreich gemischt. Ich selbst hatte keine Lesung, war aber bei der von Ann-Kathrin Karschnick dabei, der diesjährigen Gewinnerin des Deutschen Phantastik Preises, an deren Stand ich zusammen mit anderen Autorenkollegen aus dem Tintenzirkel ausgestellt habe. Es hat mich unheimlich gefreut, ein paar von den Tintenzirklern persönlich kennen zu lernen. Wir hatten viel Spaß zusammen und der Tag verging recht schnell. Außer Verlagen und Autoren waren auch viele Leser da und es ergab sich manch nettes Gespräch. Alles in allem wurde auch recht gut verkauft, soweit ich es mitbekommen habe. Ich selbst habe leider kein einziges Buch verkauft, wenn es auch einige Interessenten gab. Mit ein wenig Glück steigen vielleicht in den nächsten Tagen die eBook-Verkäufe… Dafür habe ich selbst zugeschlagen und drei Bücher gekauft – zweimal Fantasy Romance für mich und eine Krimisammlung für meine Mutter. Den Steampunk (Teslapunk) von Kuddel (Ann-Kahtrin) “Phoenix – Tochter der Asche” lasse ich mir zum Geburtstag schenken. :-) Ich denke, ich werde im nächsten Jahr auch wieder dabei sein und dann auch rechtzeitig eine Lesung buchen.
November 15, 2014
Jetlag
Ich bin jetzt seit 28 Stunden wach, das Dösen im Flugzeug nicht mitgerechnet. Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen ging es zum Flughafen Siem Reap und über Bangkok nach Frankfurt und schließlich per Zubringerflug nach Berlin. Übrigens habe ich auf der Strecke Bangkok – Frankfurt wieder die brandneuen japanischen Alben gehört und sie zu Hause gleich übers Internet geordert. :-) Die Flugzeuge von Thai Airways sind recht komfortabel, sowohl was die Sitze als auch Essen und Unterhaltung anbelangt.
Eigentlich hatte ich gehofft, ich könnte heute noch meinen Reisebericht fertigstellen, denn morgen renne ich ja schon wieder auf die Buchmesse, aber ich bin einfach so fertig, dass nichts mehr geht. Ich habe es gerade noch geschafft, die Fotos auf den Rechner zu laden, und schon ruft laut und vernehmlich das Bett. Wahrscheinlich schleppe ich mich morgen Jetlag-geplagt durch den Tag, aber auf der Messe werde ich schon munter werden. Ich werde dann berichten, wie es war.
November 13, 2014
Lingam, Kirtimukha & süüüß
Ich habe ja schon die drei prägenden Begriffe dieser Reise erwähnt. Mittlerweile wurde die Liste noch um zweit weitere Listen ergänzt. Damit haben wir jetzt eine allgemeine und zwei Speziallisten, nämlich:
Lingam, Kirtimukha & süüüß
Shiva, Vishnu & Indra
Ziegel, Laterit & Sandstein
Von den Lingams oder Lingas habe ich schon an früherer Stelle gesprochen. Lingam und Yoni, symbolische Darstellungen von Penis und Vagina, die ursprünglich Teil eines Fruchtbarkeitskultes waren und später von den Shivaiten übernommen und mit Shiva und seiner Frau Parvati gleichgesetzt wurden (unpersönliche Darstellung des Götterpaares). Der Ausfluss des Yoni liegt immer Richtung Norden. Es wurde Milch, Wasser oder eine Mischung aus Wasser und Milch über den Lingam gegossen und im Yoni aufgefangen. Die durch die symbolische Ejakulation geheiligte Flüssigkeit wurde anschließend getrunken oder anderweitig verwendet. Lingams finden sich in jedem Shivatempel und in jeder Größe. In einem Tempel fanden wir sogar zwei Lingams in einer Yoni, woraufhin der Reiseleiter bemerkte: “Hierzu erübrigt sich jeder weitere Kommentar.”
Auch Kirtimukha, das Gesicht des Sieges, kennt ihr schon: der Dämon, der sich vor lauter Hunger selbst gefressen hat und für das Grünen der Natur zuständig ist. Genau wie Lingam und Yoni darf auch Kirtimukha (oder Kala) in keinem Shivatempel fehlen. Wenn wir Hunger hatten, sagten wir irgendwann: Ich mache gleich den Kirtimukha.
Ja, und süüüß ist einfach süüüß. Als ich am Anfang der Reise eine kleine Katze sah, entfuhr mich unbedacht, wie einem das so passiert: Ach, wie süß. Von da an zog mich der Reiseleiter mit seiner unnachahmlichen Interpretation damit auf, dann zog ich ihn damit auf und schließlich wurde das einer der Stammkommentare in der Gruppe. Alles war einfach süüüß!
Die anderen beiden Listen erschließen sich beinahe von selbst: Shiva, Vishnu & Indra sind die Götter, die am häufigsten Erwähnung fanden, weil ihre Darstellungen in beinahe allen Tempeln vorkommen. Ziegel, Laterit & Sandstein, unser neues Mantra, sind die Baumaterialien, aus denen die Tempel der Khmer bestehen.
Wer diese Begriffe jetzt noch vergisst, ist selbst schuld!


