Esme's Reviews > Wool

Wool by Hugh Howey
Rate this book
Clear rating

by
5056466
's review
Jan 11, 13

bookshelves: dystopia-apocalypse
Read in January, 2013

Wool hat seine eigene Erfolgsgeschichte auf dem Self Publishing Markt aufgeräufelt. Zuerst nur als einzelne Kurzgeschichte geschrieben, gibt es inzwischen einige Fortsetzungen. Der erste Teil kann als Teaser für die Serie oder auch als in sich abgeschlossene Geschichte gelesen werden.

Seit einigen Jahrhunderten leben Menschen in einem unterirdischen Silo, weil die Luft draußen giftig ist. Alle paar Jahren wird jemand dazu verurteilt hinaus zu gehen, um die Linsen der Kameras zu putzen. Die Frage ist, warum tun sie das, wenn sie doch wissen, dass sie sterben müssen. Warum gab es immer wieder Aufstände? Und seit wann leben die Menschen überhaupt unter der Erde? Ist das, was die Silobewohner durch die Kameralinsen sehen die wirkliche Welt oder ist alles eine Lüge? So etwas möchte ich wissen. Die Romanfiguren auch. Das spricht für sie.

Holston beschließt, den Silo zu verlassen. Er will wissen, auch wenn er dabei den Tod findet. Drei Jahre zuvor verließ ihn seine Frau Allison, sie glaubte, einer Verschwörung auf der Spur zu sein. Die Geschichte erzählt von Holstons letztem Weg und wechselt in Rückblenden in die Zeit von vor drei Jahren. Dabei werden immer neue Fährten gelegt und die Handlung nimmt einige Wendungen, die das Lesen durchaus spannend gestalten. Das Ende ist unumgänglich und darin großartig.

Nun da die Katze aus dem Sack ist, stellt sich die Frage, wie da wohl die Fortsetzungen aussehen mögen. Ich hätte es besser gefunden, etwas mehr über den Silo und die Überlebenden zu erfahren. Also wie tief der Silo ist, wieviele Menschen dort leben, wie sie autark ihr tägliches Überleben sichern können, wie die Belüftung funktioniert. Die Gesellschaft ist hochtechnologisiert, sie haben Computer und können strahlensichere Schutzanzüge herstellen, das weiß man. Vielleicht sind das genau die Punkte, denen sich die Fortsetzungen widmen.

Solche alltäglichen Dinge hätten der Geschichte mehr Raum zur Entfaltung und damit den Romanfiguren Tiefe verleihen können. Die Personen sind nämlich nicht sehr genau gezeichnet und damit bleibt die ganze Geschichte leider oberflächlich. Wenn jemand um seine Frau trauert und sein Weltbild zersplittert, darf das einen als Leser nicht kalt lassen.
likeflag

Sign into Goodreads to see if any of your friends have read Wool.
sign in »

No comments have been added yet.