Amira's Reviews > Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand by Jonas Jonasson
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5331302
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Jan 29, 13

bookshelves: belletristik
Read from September 03 to 11, 2012

„Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ – ein Buch, dessen Titel allein bereits meine Leseneugierde weckte, und so hielt ich es kurze Zeit später in meinen Händen, gespannt, ob der als „diesjähriges beliebtestes Buch Schwedens“ hoch gelobter Roman sein Versprechen halten würde ...

Beginnen möchte ich mit der wohl wichtigsten Figur; Allan, der rüstige Hundertjährige, der zwar eine Schwäche für Sprengstoffe und alkoholische Getränke aller Art, jedoch keinerlei politischen und religiösen Ambitionen hegt und doch - oder gerade deswegen - an vielen der bedeutendsten geschichtlichen Ereignisse des letzten Jahrhunderts teilnimmt bzw. sie maßgeblich mitgestaltet.
Jedes zweite Kapitel widmet sich der chronologisch erzählten Lebensgeschichte Allans, die einem einzigen Abenteuer gleicht; beginnend mit der Stunde seiner Geburt und endend mit der Gegenwart. Der Leser folgt den Hundertjährigen auf seiner (teilweise mehr oder weniger unfreiwilligen) Weltreise, die einem auf abstruse Art und Weise vor Augen hält, wie tragisch, merkwürdig und vor allem widersprüchlich die Geschichtsschreibung ist.
Die führenden Persönlichkeiten - ob Freund oder Feind - werden mit ihren Eigenheiten und Unzulänglichkeiten aufs Korn genommen; und mitten drin Allan, der mit einer Ruhe und Gelassenheit das Beste aus jeder Situation macht (sei es, dass er sich im Himalaya auf einem Kamel, bei einem Treffen mit Truman, als Gefangener im Gulag oder in Beisein von Kim ll-sung und Mao Tse-tung ... befindet) und wechselt die Seiten, wie es gerade kommen mag.

Die zweite Buchhälfte handelt von Allans gegenwärtiger Flucht aus dem Altersheim und berichtet von einer Reihe skuriller Geschehnisse, in denen ein Gelegenheitsdieb, eine "Schöne Frau", ein Inhaber einer Imbissbude, dessen Bruder, eine Verbrecherbande, ein einsamer Komissar und eine Elefantendame eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Als Leser schlittert man von einer ungewöhnlichen Situation in die nächste und wird rasch mit den herrlich komischen, aber liebenswürdigen Charakteren vertraut.

Ich habe mich während dem Lesen unterhalten und amüsiert; die erfrischend kreative Idee, die Handlung und die Charaktere bekommen von mir jeweils ein großes Plus zugeschrieben!

Und dann gibt es da ja noch die nicht unwesentliche Sache mit dem Humor; mich persönlich hat die (Schilderung der) Handlung mehrere Male zum Schmunzeln, ein paar Mal sogar zum Lachen gebracht. Dennoch waren die Situationen oftmals von Grund auf sowieso schon derart schräg, das es eine weitere gewollt wirkenden Betonung der Komik überhaupt nicht mehr bedurft hätte. Die Widerholungen des Autors und der trockene Humor erfüllen meiner Meinung nach nicht immer ihren Zweck.
Sei es, dass es sich mit der Seitenanzahl besserte, sei es das ich mich gewöhnte - zumindest wurde der Roman für mich humormäßig immer besser - und lustiger!

Abschließen möchte ich mit einer Leseempfehlung meinerseits!
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Reading Progress

09/04/2012 page 119
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