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Lautloses Duell by Jeffery Deaver
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1776940
's review
Dec 08, 2008

it was amazing
bookshelves: thriller, the-very-best
Read in October, 2006

Eine junge Frau wird erstochen aufgefunden und sehr schnell stellt sich heraus, dass der Mörder praktisch alles über sie durch Social Engineering herausgefunden hat - alles deutet darauf hin, dass hinter dem ganzen Coup ein Computergenie steckt. Die Polizei macht sich auf in das Gefängnis von San Jose, um einen zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilten Hacker herauszuholen, der sie auf der Suche unterstützen soll. Doch das Morden geht weiter, für den Täter ist es ein Spiel - er spielt ein geächtetes Computerspiel im echten Leben, dessen Ziel es ist, so viele Menschen wie möglich innerhalb einer Woche zu töten - durch einen Stich ins Herz. Es bereitet ihm Lust, jene zu attackieren, die durch besondere Sicherheitsvorkehrungen geschützt sind. Dazu benutzt er vor allem sein selbst entwickeltes Virus "Trapdoor".

Das Buch ist erstklassig geschrieben. Die Spannung beginnt auf der ersten Seite und endet nicht ehe man die letzte Seite gewendet hat - selten noch hatte ich einen Pageturner (im wahrsten Sinn des Wortes) dieses Kalibers vor mir. Sprachlich muss sich Deaver nichts vorhalten lassen, für einen Thriller ist es sprachlich sehr gut gemacht - kann sich aber natürlich nicht mit wirklich großer Literatur messen. Stilistisch ist es ein Thriller erster Güte. Wäre der Übersetzer auch noch stilsicher und der Lektor ordentlich in deutscher Orthographie geschult, so gäbe es nichts mehr zu bemängeln.

Der Plot der Story ist großartig gemacht. Die vielen unerwarteten Wendungen die sich zu einem großen Ganzen zusammenfügen sind hervorragend gemacht. Deaver beherrscht es auch den Leser in wenigen Absätzen auf eine falsche Fährte zu führen, nur um ihm eine Seite später das Verwirrspiel zu enthüllen. Nur wenige Autoren beherrschen diese Kunst - man fühlt sich wie in einem Film, indem plötzlich und unerwartet der Täter aus dem Dunkel tritt um den Zuseher zu Tode zu erschrecken.

Ebenfalls gut gelungen ist die genaue Recherche des Autors. Er gibt sehr viel Information über die Szene, beschreibt sehr viele Details - wenngleich er manchmal doch vereinfacht. Man merkt eindeutig wie genau er all diese Themen erhoben hat und wie sehr er sich bemüht einen wirklichen Einblick in die Cyber-Realität zu geben. Die wenigen Ungereimtheiten wollen wir als künstlerische Freiheit durchgehen lassen. Sehr liebevoll entwickelt der Autor seine Figuren. Die Charaktere sind weder oberflächlich noch folgen sie einfachen Klischees. Vor allem aber haben sie Geschichte und sie alle sind nicht nur Gut oder Böse. Sehr gut gelingt es Deaver, die Persönlichkeiten der beiden Hacker herauszuarbeiten. Sowohl der Mörder als auch sein Gegner sind hervorragend und vor allem glaubwürdig und schlüssig geschildert.

Für mich eine ganz klare Empfehlung. Jeder der auf rasanten Thrill steht _muss_ dieses Buch gelesen haben. Da verblasst Dan Browns "Diabolo" - das in einem ähnlichen Milieu angesiedelt ist - zu einem drittklassigen Werk.
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