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Verborgen by Amanda Hocking
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Aug 09, 12

Recommended to Bissfan by: Shiku
Read in July, 2012

An Wendys sechstem Geburtstag versucht ihre Mutter, sie umzubringen, weil sie fest davon überzeugt ist, dass Wendy nicht ihr Kind ist – sondern ein Monster. Überlebt hat sie, doch ihr Leben war seitdem keineswegs ein leichtes. Nie schaffte sie es dazuzugehören, stattdessen folgte ein Schulrauswurf dem nächsten, sowie sie mit ihrer Tante und ihrem älteren Bruder Matt immer wieder umziehen musste. Nun, elf Jahre später, soll damit endlich Schluss sein. Wendy möchte ihren Abschluss machen und ihr Leben in den Griff bekommen – doch dann taucht Finn auf. Er ist erst seit einer Woche da, doch schon jetzt starrt er Wendy ständig an. Was Wendy nicht ahnt: Er tut es, weil er weiß, was sie wirklich ist – könnte ihre Mutter vielleicht Recht gehabt haben?


Amanda Hocking bringe frischen Wind in das romantische Fantasy-Genre, heißt es vom Verlag. Zustimmen kann ich dem aber nur sehr bedingt.
In einer Hinsicht stimmt es: Die Wesen, die die Autorin hier einführt, sind weder Vampire noch Werwölfe oder Engel; es ist zwar nicht so, dass sie noch nie ihren Weg in die Literatur gefunden hätten, aber der Romantik blieben sie bisher fern. Diese Idee gefällt mir wirklich gut, auch wenn es in den Details hapert – so entkommen auch die Tryll dem „Schönheitswahn“ nicht, natürlich müssen sie alle sehr gut aussehen.
Was die Geschichte angeht … nun, mein Wohlwollen löste sich in Luft auf.

Sehr bald kommen Wendy und Finn sich näher – nur dass der werte Herr plötzlich einen Rückzieher macht und Wendy schlichtweg mies behandelt. Welches Mädchen fängt nach sowas an, richtig zu schwärmen? Und welches Mädchen würde nach diesem Verhalten und ganzen vier Unterhaltungen großen Herzschmerz à la „die Liebe meines Lebens hat mich verlassen“ haben? Welches Mädchen würde denken, dass es das wert ist, verprügelt zu werden, nur damit der Mann ihrer Träume (von denen sie zuvor nur nichts wusste) sie liebevoll anblickt? Richtig geraten, Wendy.
Über das ganze Buch hinweg hatte ich einfach nur Probleme mit ihr. Nicht nur stürzt sie sich in diese „Liebe“, die keinerlei Grund und Boden hat, später lässt sie sich einfach objektivieren und hat scheinbar gar keine Probleme damit. Sie ist wichtig für die Pläne anderer und soll natürlich brav mitmachen. Dennoch denkt keiner auch nur eine Sekunde daran, ihr auch nur irgendwas zu erzählen oder zu erklären. Sie soll mitmachen und fertig – allein das ist schon sehr nervenaufreibend, erzeugt aber nur Groll gegenüber den anderen Charakteren, die allesamt fremd bleiben und sich immer nur durch ein oder zwei Adjektive beschreiben lassen. Doch Wendy findet es scheinbar vollkommen okay, wie sie behandelt wird, denn nicht ein einziges Mal wehrt sie sich dagegen oder sagt wenigstens energisch etwas. Sie lässt es mit sich machen und gut ist.
Am Ende ändert sich das zwar ein wenig – aber wirklich schlau stellt sie sich dann auch nicht an.

Dies hat auch den unschönen Seiteneffekt, dass auch der Leser kaum in die Welt der Tryll eingeführt wird. Natürlich gibt es ein paar Informationen, aber das sind nur die, die auch Wendy erhält. Somit sind sie zumeist oberflächlich, einfach das, was man sehen kann. Allerdings nicht immer das, was auch Wendy sehen kann; wenn ich es mal so ausdrücken darf: Das Mädchen ist ziemlich blind. So einiges, vor allem die Rollen verschiedener Charaktere, ist sehr leicht zu erahnen, sodass angebliche Überraschungen dies wahrscheinlich nur für die Protagonistin sind.

Das ist einer der Gründe, warum insgesamt keine Spannung aufkommt, was auch hier durch übertriebenes Drama seitens der Hauptfigur wieder gutgemacht werden soll. Dass das allerdings nicht funktioniert, ist nicht weiter überraschend. Wenn die „Liebe“ von Anfang an weder Hand noch Fuß hat, sorgt es bei mir garantiert nicht für Mitleid, wenn es Wendy egal ist, ob sie lebt oder stirbt, sobald die Romeo-und-Julia-Konstellation etabliert wurde und sie sich dessen auch bewusst wird.

Der zweite Grund betrifft die einfache Frage: Wo will die Geschichte hin? Es ist nicht so, dass gar nichts passiert, aber das Buch führt an kein erkennbares Ziel heran, was man normalerweise sogar von einem Auftakt einer Reihe verlangen kann, der „nur“ als Einleitung fungiert. So endet es eher unzufriedenstellend, gewissermaßen offen, sodass jetzt eigentlich alles passieren kann und ich gar nicht weiß, woran ich bei dieser Reihe bin – und ob ich sie vielleicht doch weiterlesen möchte. So muss ich leider sagen: nein, danke.


Abgesehen von einer neuen Idee hat „Verborgen“ nicht allzu viel zu bieten. Protagonistin Wendy scheint vollkommen zufrieden damit zu sein, sich von anderen herumschubsen zu lassen, was meiner Meinung nach eine eher kritische Botschaft für junge Leserinnen ist. Dabei lernen wir kaum was von der Welt kennen und wo das alles hinführen soll … wer weiß, mir hat es sich jedenfalls kein bisschen erschlossen.
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