Amelie's Reviews > Düsteres Verlangen: Die wahre Geschichte des jungen Victor Frankenstein

Düsteres Verlangen by Kenneth Oppel
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11450044
's review
Aug 01, 2012

really liked it
bookshelves: reihen-abgebrochen
Read in July, 2012

Zur Aufmachung


Ich persönlich finde das deutsche Cover tausendfach individueller, passender und einfach besser als das Original. Dieses Design einer Art von Tintenklecks, der auf der einen Seite Victor, auf der anderen seinen Zwillingsbruder Konrad und oberhalb der beiden Elizabeth darstellt. Das passt deutlich besser als das Schlüsselloch auf dem Originalcover.
Der Titel ist ja nun im Prinzip der gleiche und auch ihn finde ich sehr gut gewählt, weil er sich sowohl auf Victors Faszination für die Alchemie bezieht als auch auf die Liebe zu Elizabeth, die eigentlich nicht sein dürfte...

Zum Buch


Man könnte Düsteres Verlangen als eine Art Vorgeschichte zu Mary Shelleys Frankenstein sehen. Es wird erzählt wie es dazu hätte kommen können, dass Victor sich überhaupt für Alchemie interessiert und natürlich besonders, dass er davon fasziniert ist toter Materie wieder Leben einzuhauchen. Dabei verpackt der Autor das in einen Jugendroman, der zu Beginn eigentlich so gar nichts mit dem Thema zu tun hatte. Erst als Konrad der Tod droht, packt Victor eine Faszination, die nichts und niemand aufhalten kann.
Es werden hier stark die Gegensätze von Victor und Konrad in den Vordergrund gerückt, aber auch, was sie jeweils in Elizabeth sehen und warum sie etwas für sie empfinden. Dabei ist Konrad ruhig und einfühlsam, während Victor eher impulsiv und leidenschaftlich handelt. Elizabeth hat aber von allem etwas, was den Konflikt hier auch ausmacht. Ich fand sie alle drei sehr sympathisch, obwohl man natürlich sehr viel mehr mit Victor mitfiebert, weil er schließlich die Person ist aus deren Sichtweise das Buch geschrieben wurde.
Doch während sich die beiden Brüder in der Liebe hart bekriegen, zeigt das Buch auch eine sehr enge Bindung zwischen den beiden, die einen mitreißt und berührt. Ihre Träume und Hoffnungen für die Zukunft, besonders im Angesicht von Konrads Krankheit, sind erstaunlich und haben dem Buch eine Tiefe verliehen mit der ich bis zu diesem Zeitpunkt so gar nicht gerechnet hatte.
Man könnte das Buch als einen Fantasyroman bezeichnen, aber das ist er in dem Sinne eigentlich nicht. Die meiste Zeit ensteht der Konflikt, dass Alchemie als Zauberei in Victors Zeitalter gesehen wird, heute aber wissenschaftliche Erkenntnisse gezeigt haben, dass vieles davon keine Magie war, sondern simple Wissenschaft. Genau davon ist auch Victor selbst so fasziniert. Es gibt hier also kein großes Brimborium, sondern Mixturen und Tränke, die Zutaten enthalten, die erwiesenermaßen für diesen bestimmten Zweck dienlich sind. Ich denke aber, dass sich das in den Folgebänden noch ändern wird.
Es gibt im Laufe des Romanes einige Passagen, die sich strecken, weil die Spannung dort nicht sehr hoch ist, aber das, was im Mittelteil hier eingebüßt wird, das bekommt man als Leser zum Ende tausendfach zurück! Es war überraschend und emotional und hat mich auch dazu gebracht, den zweiten Band ebenfalls lesen zu wollen. Besonders, weil Victor dort zum ersten Mal diesen Gedanken hat, der später zu einer Legende werden würde...

Fazit


Schreibstil: 4 Herzen
Charaktere: 4,5 Herzen
Spannung: 4 Herzen
Emotionale Tiefe: 4 Herzen
Humor: 3,5 Herzen
Originalität: 4,5 Herzen

Ein Roman, der besonders durch die sympathischen Charaktere und seine Einzigartigkeit überzeugen konnte! Eine Geschichte wie diese habe ich bisher so noch nicht gelesen und die Idee das Prequel zu Frankenstein zu schreiben war fantastisch!

♥♥♥♥
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Reading Progress

01/14 marked as: read

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