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Schloss der Engel by Jessica Itterheim
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Apr 25, 14

bookshelves: series-i-finished, german, reviewed
Read from August 11 to 14, 2012

Inhalt:

Lynn wird von ihren Eltern auf ein Internat nach Deutschland geschickt, damit sie dort ihr Abitur machen kann. Dort verliebt sie sich allerdings in ihren Mentor, der ein gefährliches Geheimnis bürgt. Er ist ein Racheengel. Sobald sie ihm ihre Liebe gesteht, gerät sie in große Gefahr. Und überhaupt: Ist ein Racheengel, der von Gefühlen wie Hass geprägt wird, überhaupt fähig Liebe zu empfinden?

Erster Satz:

Die Macht des Feuers, die unfassbare Qual und das Wissen, es nicht mehr verhindern zu können, schwächten Christopher.

Zitate:

Zuerst beobachten, dann analysieren und auswerten. Gingen so nicht Wissenschaftler vor, wenn sie sich die Welt nicht erklären konnten? - S.102

Und in diesem Augenblick war ich fest davon überzeugt, dass es nichts auf dieser Welt geben konnte, das so mächtig war, meine Liebe zu ihm zu zerstören. Ich war naiv genug zu glauben, sie wäre stark genug für uns beide. - S. 122

Kopfschmerzen waren übel, aber Nervenzellen, die einen Tobsuchtsanfall erlitten? - Höllisch! - S. 228

Emotion:

Eine Achterbahn der Gefühle – im positiven wie im negativen Sinne –, die erst am Ende ihre Loopings herausholt.

Aufbau, Schreibstil und Perspektiven:

Der Schreibstil lässt sich großteils gut und flüssig lesen. Dieser hilf einem auch über den verwirrenden und ermüdenden Anfang hinweg.
Die Geschichte ist aus der Perspektive von Lynn in der Ich-Form erzählt.
Die Kapitel sind leider immer etwas zu lang gewesen.

Meine Meinung:

Der Anfang des Buches macht einem das Weiterlesen wirklich nicht einfach.
Man konnte Lynns Gefühle nicht wirklich verstehen. Sie wechselten so abrupt, dass ich des öfteren nicht einmal hinterher kam. Teilweise nahmen sie viel zu schnell extreme Formen an, wo ich mich dann doch fragte, wie stark die Gefühlsschwankungen denn bei einem Menschen noch sein konnten. Dies legte sich dann glücklicherweise nach ca. 80 Seiten. Der Leser konnte Lynns Gefühle nun besser nachvollziehen und sie waren auch nicht mehr ganz so sprunghaft.
Zu diesem Zeitpunk konnte mich die Geschichte zum ersten Mal richtig fesseln. Plötzlich war sie nämlich spannend und interessant und nicht mehr langweilig und ermüdend.
Am Anfang kam die Handlung Schlag auf Schlag – viel zu schnell also. Man hat das Gefühl, also ob die beiden Autoren endlich mit der richtigen Handlung hätten beginnen wollen. Doch an dieser Stelle habe ich mir doch ein paar Seiten mehr und ein gemäßigteres Tempo gewünscht. Ein Beispiel dafür ist der Wandel des Internats von „normal“ zu „übernatürlich“. Ich konnte ihn zunächst überhaupt nicht richtig nachvollziehen. Wenn es am ersten Tag noch um Lynns Abitur ging, war das schon kurze Zeit später völlig in den Hintergrund getreten. Stattdessen fand man Unterrichtsfächer wie „Gefahrenkunde“ und „Flugunterricht“. Nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten konnte ich mich aber immer mehr an das „übernatürliche“ Internat gewöhnen und dieses Problem trat somit in den Hintergrund. Nun konnte man alles besser verstehen und das Lesen machte wieder mehr Spaß.
Aber die Liebe, die Lynn für Christopher empfindet, kommt viel zu schnell. Es scheint, als hätte jemand mit dem Finger geschnippt und plötzlich ist Lynn in ihn verliebt. Das hat mich anfangs doch sehr gestört. Nie hat man einen wirklichen Grund bekommen, warum sie in Christopher verliebt ist. Doch irgendwann konnte man dieses Problem glücklicherweise ausblenden.
Die Spannung war auf den ersten ca. 80 Seiten überhaupt nicht wirklich vorhanden. Doch danach kam sie und fesselte mich bis zum Schluss an die Geschichte.
Lynn war mir leider nicht von Anfang an sympathisch. Doch nachdem ihre Gefühle nicht mehr so sprunghaft waren, lernte ich sie besser kenne und verstehen. So konnte ich schlussendlich doch mit ihr zusammen die Geschichte erleben.
Die anderen Personen wurden alle realistisch dargestellt. Mit dem einen konnte ich mich mehr mit dem anderen weniger identifizieren und verstehen. Das hing stark von der Rolle ab, die sie spielte und wie groß diese war. Aber wenn ihr jetzt denkt, dass nur die „guten“ Personen mir gefallen haben, liegt ihr falsch. Besonders gereizt bei Schloss der Engel haben mich nämlich die „bösen“ Gestalten. Sie waren es nämlich, die am überzeugendsten herübergekommen sind, auch dadurch, dass sie nie irgendwelchen Stimmungsschwankungen unterlegen waren.

Mein Fazit:

Ich stehe dem Buch sehr zwiespältig gegenüber. Einerseits konnte ich nicht verstehen, warum Lynn sich in Christopher verliebt hat. Auch war der Anfang sehr verwirrend und überhaupt nicht spannend oder interessant. Andererseits konnte mich die Geschichte nach ca. 80 Seiten wirklich fesseln. Sie nahm an Spannung zu und auch die Handlung wurde mir plötzlich klar. Das Lesen hat mir wieder viel Spaß gemacht. Ich werde definitiv auch die Fortsetzung lesen. Denn ich möchte unbedingt wissen, wie es mit Lynn und Christopher weiter geht.

Die Autorinnen:

Jessica Itterheim, Jahrgang 1995, und ihre Mutter Diana haben sich gemeinsam diesem Romanprojekt verschrieben. Sie leben nach Jahren in Portugal nun in Waren an der Müritz. Jessica besucht ein Internat in Torgelow.
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Reading Progress

08/12/2012 page 22
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