Sovotchka's Reviews > Seelenfänger

Seelenfänger by Jonathan L. Howard
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3087989
's review
Jul 04, 2012

really liked it
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Read in September, 2009

"Seelenfänger" ist der Auftakt zu einer Serie von Jonathan L. Howard, die sich mit dem Nekromanten Johannes Cabal befasst.
Dieser hatte seine Seele dem Teufel abgetreten, um das Leben nach dem Tod zu erforschen. Nun hätte er sie aber doch gern wieder, und so lässt er sich mit Satan auf eine Wette ein: Wenn er vor Ablauf eines Jahres hundert andere Seelen beisammen hat, bekommt er seine eigene wieder. Und Johannes will diese Wette um jeden Preis gewinnen; Satan stellt ihm dafür sogar einen "Jahrmarkt der Zwietracht" zur Verfügung...

Johannes Cabal ist alles andere als ein sympathischer Protagonist.
Man könnte sogar sagen, je weiter das Buch voranschreitet, desto mieser wird er. Was dem Interesse des Lesers jedoch nicht schadet. (Interesse ist hier wörtlich zu nehmen, denn von Zuneigung kann man auf keinen Fall sprechen!)

Gefreut hat mich die Aufmachung des Buches; kleine kapitelbezogene Zeichnungen neben jeder Überschrift, zudem eine kurze Zusammenfassung des Kapitels wie in alten Theateranweisungen. Ich habe oft nach Ende eines Kapitels zurückgeblättert, um mir die Zusammenfassung und die Zeichnung noch einmal genauer zu betrachten.

Wer mit Zynismus nicht umgehen kann, sollte einen riesigen Bogen um dieses Buch machen und sich viele gute Gedanken suchen, um sich davon abzulenken. Denn selbst wenn man an sich schon zynisch ist (und das trifft auf mich sicher zu), ist der Humor des Autors stellenweise recht schmerzhaft.

Doch der bitterböse Humor passt gut zur Horror-Story an sich; in der Geschichte tummeln sich genügend Dämonen, Untote, Belebte und andere nette Wesen, um damit einen ganzen Friedhof zu bevölkern, und sie sorgen auch für jede Menge Ärger und auch die ein oder andere ausgewachsene Schlägerei.

Die Idee des Jahrmarktes an sich ist recht spannend, ich hätte mir nur an manchen Stellen mehr Details gewünscht. So werden manche Dinge angesprochen, verlaufen dann aber im Sand, zB eine Kugel, die die Macht anzeigt, die Johannes als Nekromant noch bleibt. Auch hätte ich gern etwas über die Attraktionen erfahren, die "ausrangiert" worden sind und nur mal am Rande erwähnt wurden.

Romantisch wird es auch mal, obwohl die "Liebesgeschichte" mal wieder typisch für mich ist: fast nicht vorhanden, nur etwa zwei Seiten lang und eine kurze Erwähnung, dazu ist alles noch extrem kompliziert. Aber was solls, ich habe mich daran gewöhnt; das passiert mir in jedem zweiten Buch :-)

Alles in allem merkt man, dass es sich hierbei nur um den ersten Band
einer Reihe handelt; viele Dinge bleiben noch im Dunkeln. Und entweder Johannes und die Art der Geschichte sagen einem zu und man beißt an, oder man wird mit einem relativ offenen Ende im Regen stehen gelassen.

Mir hat es jedenfalls gefallen, und ich werde mir die nächsten Bände sicher auch zu Gemüte führen. Noch keine fünf Sterne, wird sicher auch nix mehr, aber trotzdem ein gutes Buch. (Und irgendwie erinnert es mich doch an Tim Burton.)

Ach ja: Eine kleine Alterseinschränkung. Abgesehen von Dämonen, Teufeln, Untoten, Nekromanten und einer recht interessanten Auffassung zum Thema "ewige Verdammnis" gibt es hier auch noch andere grenzwertige Themen (Achtung kleiner Spoiler: Kindestötung). Ich würde so etwas frühestens einem Vierzehnjährigen in die Hand drücken, auch wenn das sicher Ansichtssache ist.
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