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Timeless by Alexandra Monir
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5212770
's review
Jun 18, 2012

it was ok
bookshelves: t-time-traveling, g-young-adult, g-romance, g-fantasy
Read in June, 2012

Bewertung: 2.5 / 5.0

Meinung:
Michele Windsor führt ein glückliches Leben in Californien. Gemeinsam mit ihrer Mutter lebt sie dort, geht wie jede andere Jugendliche in ihrem Alter zur Schule und hat zwei beste Freundinnen. Ihren Vater kennt sie nicht, doch da die Beziehung zu ihrer Mutter so gut ist, macht ihr das auch nicht viel aus. Einzig seltsam in ihrem Leben ist der stets wiederkehrende Traum, den sie bereits seit Jahren träumt. Doch als ihre Mutter stirbt und Michele nach New York zu ihren Großeltern ziehen muss, die sie kaum kennt, verändert sich vieles. Ihre reichen Großeltern sind ständig unterwegs, sodass Michele Erkundungstouren durch die riesige Villa macht. Dabei stößt sie auf einen äußerst absonderlichen Gegenstand: Ein Schlüssel, der lebendig zu sein scheint, und der ihr ein Tor ins New York der Jahrhundertwende öffnet.

Gut fand ich an dem Buch, dass man die letzte Zeit von Michele und ihrer Mutter miterlebt. Oftmals setzen Bücher ja erst später ein, aber hier erhascht man noch einen Blick auf die Mutter als lebende Person und so ist der Unfall, bei dem sie zu Tode kommt, noch schmerzlicher. Andererseits hält sich Alexandra Monir mit diesem Teil der Geschichte auch nicht allzu lange auf – kurz gesagt: Eine wirklich gute Einführung, bei der man Michele, die Beziehung zu ihrer Mutter und ihr Leben vor dem Unfall sehr gut kennen lernt, ohne sich zu langweilen.

Nach dem Unfall geht es aber leider nicht so gut weiter. Zum einen ist da der Umstand, dass ich mit Michele kaum mitfühlen konnte. Die Geschichte ist aus der Perspektive des personalen Erzählers geschrieben, was nicht unbedingt ein Hindernis sein muss. Doch ich hatte immer das Gefühl, zwischen Michele und dem Leser würde sich eine Fensterscheibe befinden, sodass man ihr viel mehr zusieht, als dass man die Dinge mit ihr erlebt. Da Emotionen in „Timeless“ eine große Rolle spielen, wäre es sicherlich sinnvoller gewesen, wenn man hier eine andere Erzählperspektive gewählt hätte, zumal Michele die einzige Figur bleibt, aus deren Sicht man liest.

Dass ich kaum mit ihr fühlen konnte, mag allerdings auch daran liegen, dass Alexandra Monir viele Beschreibungen einbaut. Vor allem als Michele zum ersten Mal in das Haus ihrer Großeltern kommt, folgen seitenlange Beschreibungen der einzelnen Räume. Mitgenommen habe ich daraus leider nicht viel – denn die Beschreibungen sind alles andere als lebendig und irgendwann hatte ich das Gefühl, die Formulierungen würden sich wiederholen. Auch bei Beschreibungen von Äußerlichkeiten der Figuren nimmt sich die Autorin viel Zeit. Für die erste Begegnung und besondere Ereignisse ist das schön und gut, aber irgendwann will man einfach nicht mehr wissen, wie dieses und jenes aussieht – man möchte Handlungen. Die Geschichte kommt dann zwar auch ins Rollen, aber die Beschreibungen werden nicht viel weniger.

Während Micheles erster Tage in New York erinnerte mich die Geschichte zunehmend an eine etwas magischere und weniger dramatische Version von „Gossip Girl“. Die Kombination empfand ich als sehr unterhaltsam und neuartig, doch leider hält sich auch das nicht über lange Strecken. Denn spätestens auf der Hälfte des Buchs wird klar, dass man hier nicht mit Biestern – ganz gleich, ob sie aus der New Yorker Oberschicht kommen oder nicht – in Kontakt treten wird. Es gibt die eine oder andere weniger freundliche Figur, ansonsten begegnet man aber weitestgehend netten Figuren. Nett – und blass. Alexandra Monir hätte sich ruhig noch etwas konzentrierter mit der Charakterzeichnung aufhalten können, um ihren Figur etwas mehr Eigenheiten, Authenzitität und Lebendigkeit zu geben.

Und auch die Handlung hätte gewiss mehr davon gebrauchen können. So gibt es bis auf ein paar kleine Ausnahmen, wie zum Beispiel der von den Großeltern angedrohte Hausarrest, kaum Schwierigkeiten, die zu bewältigen sind. Es gibt keinen richtigen Spannungsbogen, der dann auf den letzten Seiten zum Finale kommt – eher ausnahmsweise mal ein bisschen mehr Dramatik und ein Cliffhanger. Figuren, denen Michele in der Vergangenheit begegnet, stutzen über ihr seltsames Dasein nur kurz und akzeptieren sie sofort. Kaum etwas wird hinterfragt und fast alle sind gutmütig und im Geiste ihrer Zeit voraus. Man könnte das mit dem Umstand entschuldigen, dass es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt, allerdings gibt es genügend Bücher in dieser Sparte, die komplexer und trotzdem altersgemäß sind.

Darüber helfen auch die in meinen Augen sehr gut gelungene Übersetzung und die Tatsache, dass die Reisen in die Vergangenheit ganz interessant beschrieben sind, nicht hinweg.


Fazit:
Ich erhoffte mir bei „Timeless“ einen unterhaltsamen Jugendroman, wurde aber leider enttäuscht. Die Figuren blieben mir durchweg zu flach und auch die Geschichte kann kaum überraschende Wendungen bieten. Vor allem die minutiösen Beschreibungen der Autoren haben mich nach einer Weile nur noch genervt und trugen nicht mehr dazu bei, dass ich mir die Kulisse besser vorstellen konnte.

Für Fans von paranormalen Liebesgeschichten, die auf komplexe Figuren verzichten können, sowie für junge Leser ist „Timeless“ vielleicht eine gute Wahl. Mich konnte das Buch aber leider nicht begeistern, sodass ich trotz des Cliffhangers am Ende bezweifle, dass ich den zweiten Teil dieser Reihe lesen werde.
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Reading Progress

06/15/2012 page 60
17.05%
06/15/2012 page 110
31.0% "Liebe Autorin, ein bisschen weniger Beschreibung und dafür mehr Handlung wäre wirklich schön. So langsam habe ich von Möbelstücken aus Mahagoni, Marmorsäulen und beeindruckt gekleideten Menschen die Nase voll."
06/15/2012 page 110
31.0% "Liebe Autorin, ein bisschen weniger Beschreibung und dafür mehr Handlung wäre wirklich schön. So langsam habe ich von Möbelstücken aus Mahagoni, Marmorsäulen und beeindruckend gekleideten Menschen die Nase voll." 7 comments
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Comments (showing 1-9 of 9) (9 new)

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message 1: by Jessy Rey (new) - added it

Jessy Rey Oh nein ;__; ich will das doch haben >.<


Captaincow Vielleicht gefällt's dir ja viel besser als mir :)


message 3: by Jessy Rey (new) - added it

Jessy Rey Hm kannst das Buch mit irgendwas vergleichen?:)


Captaincow Hmm, schwierig. Ich würde sagen, eine Mischung aus Twilight und Gossip Girl mit ein paar Zeitreisenelementen ergänzt.


Tina Gossip Girl wegen der Schule und High Society vielleicht, aber was hat denn bitte Twilight damit zutun?!


Captaincow Twilight ist nicht ganz richtig; eher die Liebesgeschichte daraus. Mir ist nur kein anderes Buch so richtig zum Vergleich eingefallen. Vielleicht könnte man auch sagen "Rubinrot" mit noch ein wenig mehr Romanze, verträumter und weniger lustig.


message 7: by Jessy Rey (new) - added it

Jessy Rey Rubinrot hab ich noch nicht gelesen :P Hm, okay ich mag die twilight bücher und gossip girl als serien. ^^ mal schauen :o


message 8: by Bücherfresser (new)

Bücherfresser Im Moment erscheint einfach zu viel Mainstream Pampe, echt ätzend wenn mal viel in einem Genre liest :-/


Captaincow Bücherfresser wrote: "Im Moment erscheint einfach zu viel Mainstream Pampe, echt ätzend wenn mal viel in einem Genre liest :-/"

Oh ja. Ich probier das ja schon zu bekämpfen, indem ich immer kunterbunt aus allen möglichen Richtungen etwas lese aber Einheitsbrei bleibt halt Einheitsbrei :/


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