Joana's Reviews > My Sister Lives on the Mantelpiece

My Sister Lives on the Mantelpiece by Annabel Pitcher
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5746830
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Jun 03, 12

bookshelves: ya, romane
Read in May, 2012

Der 10jährige Jamie Matthews ist gerade mit seiner Schwester Jasmine und seinem Dad in den Lake District gezogen, um einen Neustart zu wagen.

Vor fünf Jahren wurde Rose, Jasmines Zwillingsschwester, bei einen Anschlag getötet. Seit dem ist die Familie zerbrochen, der Vater trinkt, die Mutter findet einen neuen Mann, die Schwester tut alles, um nicht so zu sein wie Rose.
Jamie hat in all dieser Zeit kein einziges Mal um seine Schwester oder um seine Familie geweint. Für ihn ist Rose nur eine Erinnerung, viel wichtiger sind seine Katze Roger und Sunya, das Mädchen, das er in der neuen Schule kennenlernt - aber Sunya ist Muslimin, ein Problem in Jamies Familie...

Doch Jamie glaubt fest daran, dass irgendwann alles wieder gut wird, dass er mit Sunya befreundet sein kann, dass seine Mutter irgendwann zurückkommt, dass sie wieder eine Familie werden und diese schlimme Zeit vergessen können. Als er im Fernsehen Werbung für eine Talent Show sieht, fasst er einen Plan..

Ich gebe zu, zuerst hat mich der Titel und dann das Cover angesprochen. Beide machen einfach neugierig und als auch noch der Klappentext gepasst hat, war es meins.

Doch die Geschichte und ich hatten einen schwierigen Start.
Mir erschien am Anfang alles so düster, deprimierend und ausweglos. Mir taten die beiden Kinder unendlich leid, ich wollte den Vater einfach nur schütteln und die Mutter dafür verdammen, dass sie die Familie einfach so im Stich gelassen hat. Das Leid ist in dieser Geschichte regelrecht greifbar. Aus der Sicht von Jamie wird vom Verfall der Familie berichtet, davon, wie der gewaltsame, plötzliche Tod eines Kindes, Menschen fast zerstören kann. Jamie war erst 5 als die Tragödie zuschlug und so versteht er all das, was um ihn herum passiert, nicht wirklich. Warum hat seine Mom die Familie verlassen, wieso hasst sein Dad alle Moslems, wieso färbt seine Schwester plötzlich ihre Haare pink ...
So sehr man die Eltern beim Lesen verurteilen möchte, man versteht dennoch, warum sie so handeln. Die Geschichte wirkt zudem sehr realistisch. Man kann sich gut vorstellen, auf der Strasse einer Familie wie dieser zu begegnen. Oft hat man bei Meldungen über Anschläge Mitleid mit den direkten Opfern, welche Auswirkungen so ein Terror auf die dazu gehörigen Familien haben kann, darüber macht man sich oft wenig bis gar keine Gedanken.

Irgendwann in der Mitte des Buches war es um mich geschehen und ich konnte kaum aufhören zu lesen und gegen Ende des Buches habe ich mehr als nur eine Träne von der Wange wischen müssen.

Annabel Pilcher erzählt von der Tragödie und den Konsequenzen eines Terroranschlags auf so eindringliche und sensible Art, dass die Geschichte einem wirklich ans Herz geht. Sie zwingt Jamie nie dazu, sich auf eine bestimmte Seite zu schlagen oder jemanden für all das zu verurteilen was passiert ist. Er will einfach nur Kind sein, glücklich sein und mit Sunya Superhelden Abenteuer erleben. Durch Jamie zeigt Pilcher, wie sinnlos und zerstörerisch Hass und Vorurteile seien können und man kommt nicht umhin sich zu fragen, wenn ein 10jähriger schon genug gelernt hat, um die Welt so klar sehen zu können, wieso können wir Erwachsenen das nicht mehr?

Es geht um Terror, Leid, Trauer, Alkoholmissbrauch, dem Zerfall einer Familie und Mobbing in der Schule, aber es geht auch um Freundschaft, Verstehen, Liebe, Versöhnung, Verzeihen und Loslassen. Ein Buch, das -meiner Meinung nach - in jede Schulbibliothek gehört.

4 Sterne für eine bewegende Geschichte!
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