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Sturmwarnung by Elizabeth  George
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's review
Apr 01, 2012

it was ok
bookshelves: children-young-adult
Read in March, 2012

Becca King kann die Gedanken anderer Menschen hören. In ihrem früheren Leben als Hannah Armstrong half sie mit dieser Gabe ihrem Stiefvater, seine Kunden zu betrügen. Bis er eines Tages seinen Geschäftspartner tötete und Hannah durch seine Gedanken zu einer unliebsamen Mitwisserin machte. Nun ist sie mit falschem Namen und verändertem Aussehen auf der Flucht. Ihre Mutter schickt sie zu ihrer Freundin auf Whidbey Island und fährt fort, um sich um eine neue Zufluchtsstätte für sie beide zu kümmern. Doch die Freundin ist bei Beccas Ankunft gestorben und ihre Mutter ist auf dem Handy nicht zu erreichen. Auf der Insel leben hilfsbereite Menschen, die Becca unter ihre Fittiche nehmen, aber auch Geheimnisse hüten.

Die Inhaltsangabe von The Edge of Nowhere (Whisper Island – Sturmwarnung) von Elizabeth George klingt doch ganz vielversprechend. Leider entpuppt sich der Jugendroman als große Enttäuschung. Mit Ach und Krach habe ich mich durch die ersten hundert Seiten gekämpft und den Rest des Buches dann nur noch quer gelesen. Vieles an der Handlung ist unlogisch und bisweilen sogar haarsträubender Unfug. Zunächst einmal wird der Anlass für die Flucht gar nicht weiter verfolgt. Allerdings sind noch weitere Bände geplant und es kann ja sein, dass dieser Handlungsstrang später wieder aufgenommen wird. Hier wirkt es nur so als vorgeschobener Grund, damit Becca auf diese Insel kommt. Genauso konstruiert wirkt auch, dass sie ihre Mutter nicht mehr erreichen kann und natürlich der Tod ihrer einzigen anderen Vertrauensperson, einfach um sie zu isolieren. Becca ist erst 14 Jahre alt, anfangs ist sie noch sehr verängstigt, lebt sich aber doch recht schnell in ihre neue Umgebung ein. Klar, man kann nicht ständig wiederholen, dass sie sich Sorgen um ihre Mutter macht, aber das hätte meiner Meinung nach doch sicher auch anders gelöst werden können. Die Umstände scheinen nur so ungeschickt, das ist irgendwie billig.

Das Flüstern, also das, was die Handlung des Romans zu etwas Besonderem hätte machen können, ist auch nicht gut herausgearbeitet. Becca hört immer nur Satzfetzen und die bringen sie überhaupt nicht weiter. Das, was sie dadurch erfährt, hätte sie auch genauso gut auf anderem Wege herausbekommen können und meistens passiert auch genau das, denn diese Gedankensplitter sind nicht wirklich erhellend. Und irgendwann ging mir dieses Flüstern nur noch gewaltig auf die Nerven. Becca hat auch eine AUD-Box, ein kleines Gerät mit einem Kopfhörer, das atmosphärisches Rauschen von sich gibt, damit sie die Gedanken der anderen Menschen ausblenden kann. Und diese AUD-Box tritt auch immer nur dann in Erscheinung, wenn etwas noch eine Weile verhüllt bleiben soll. Hier auch wieder sehr unbeholfen und plump geschrieben.

Auf Whidbey Island passiert nicht so viel oder jedenfalls nichts Spektakuläres, nichts, was eigentlich die Handlung für ein ganzes Buch hergäbe. Becca geht zur Highschool, da gibt es die üblichen Loser, die Diva, mit der sie sich einen Zickenkrieg liefert etc. Der Sturz eines Jungen sorgt noch für ein bißchen Aufregung und die Paranoia von Becca führt auch zu Hektik, doch null Spannung. Die Auflösung der Hintergründe um den Sturz ist so banal, genauso wie die Geheimnisse einiger Inselbewohner. Nicht dass sie nicht tragisch wären, aber eben auch nicht mit einem Aha-Erlebnis verbunden.

Elizabeth George kannte ich bisher nur von ihren Kriminalromanen mit Lynley und Havers und ich muss mich fragen, ob dies hier wirklich von derselben Autorin geschrieben wurde. Ich kenne und schätze sie als jemanden, der Gefühle mit der Wucht eines Orkans und Verwicklungen, die einer antiken Tragödie alle Ehre machen könnten, auf den Seiten eines Buches erschaffen kann. Nichts davon findet sich in Whisper Island, das einfach nur fad und außerdem nicht sonderlich gut geschrieben ist.
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