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Schwarzes Prisma by Brent Weeks
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Feb 28, 12

Read in January, 2012

Schon im Vorfeld habe ich viel von diesem Roman erwartet und meine Hoffnungen, die ich in die neue Trilogie von Brent Weeks gesetzt habe, wurden belohnt.
Der Autor erschafft eine neue, eine ganz eigene Welt, die von Menschen bevölkert wird. Diese Menschen unterscheiden sich untereinander und auch von uns oft in Haut und Haarfarbe. Außerdem gehört Magie für sie zum Alltag, denn es gibt Wandler. Wandler können Licht in Macht wandeln. Blauwandler brauchen dafür blaues Licht, Rotwandler rotes Licht. Bichromaten haben zwei Farben und können zum Beispiel Rot und Infrarot wandeln. Natürlich ist nicht jeder Mensch ein Wandler und natürlich hat das ganze einen Haken: Man kann nicht ewig und nicht so viel wandeln wie man möchte. Irgendwann übernimmt die Farbe die Kontrolle. Man verliert den Verstand und wird ein sogenannter Farbwicht, der nicht mehr zwischen Feind und Freund oder gut und böse unterscheiden kann. In jeder Generation gibt es einen Wandler, der davon nicht betroffen ist. Er kann jede Farbe wandeln und es besteht nicht die Gefahr, dass er zuviel wandelt: Das Prisma.
Gavin Guile ist das Prisma dieser Generation und einer der Protagonisten, aus dessen Sicht Teile der Geschichte erzählt werden. Wie das üblich ist, steht der Leser zu Beginn sofort auf Gavins. Die Loyalität des Lesers wird aber in Frage gestellt, nachdem offenbart wird auf welcher Lüge, die im Klappentext angesprochen wird, Gavins Leben fußt. Ab jetzt muss sich der Leser neu entscheiden, wem er seine Sympathie schenkt und wem nicht.
Kip, Gavins Sohn, ist ein Anti-Held. Er ist nicht nur dick, sondern auch noch ängstlich und wurde in seinem Heimatdorf gemobbt. Außerdem musste er mit ansehen, wie sein ganzes Dort abgebrannt, seine Freunde und seine Mutter getötet wurden. Dafür hat er eine ziemlich große Klappe, die er kaum halten kann.
Es kommen noch weitere Charaktere dazu, die ab und zu die Aufgabe übernehmen aus ihrer Sicht, die Geschichte zu erzählen. Die Geschichte an sich ist gut. Die Handlung ist verzwickt, man muss aufmerksam lesen, damit man die Details nicht überliest. Dabei ist sie politisch nicht zu verworren, dass es anstrengend wird, sondern durchgehend spannend. Aber es sind am Ende die Charaktere, die dieses Buch zu etwas einzigartigem machen. Sie alle sind keine Helden. Sie haben ihre schwachen und vor allem auch ihre dunklen Seiten und nein, es sind auch nicht diese Seiten, die sie besonders liebenswert machen. Ich hatte mehr als einmal das Gefühl, dass ich manche Charaktere für das, was sie getan haben, verachte. Trotzdem muss man, wenn man einmal begonnen hat, ihrer Geschichte folgen. Sie lässt einen nicht mehr los.
Durch die sarkastische Ader von Gavin, Kip und manch anderem ergeben sich immer wieder sehr humorvolle Dialoge, die mich auflachen ließen. Dies gelang nur, weil sie nicht erzwungen komisch wirken, sondern es sich aus den Charakteren ergibt.
Eine neue Art der Magie zu erfinden weckt natürlich das Interesse jedes Fantasylesers. Brents Magie wirkt auf den ersten Blick kompliziert und verworren, aber lässt sich sehr schnell durchschauen, denn es gelingt ihm sie mit kurzen einfachen Worten zu erklären und ihr damit nichts der Faszination zu rauben.
Sein Schreibstil ist dem Genre angemessen. Es ist kein All-Age- oder Jugendroman. Es ist High-Fantasy für Erwachsene. Daher ist die Sprache gehoben, aber nicht abgehoben. Die Sätze unter Umständen länger, dabei aber nicht unverständlich in die Länge gezogen. Man muss sich Zeit nehmen für dieses Buch und kann es sicherlich nicht genießen, wenn man nur jeden Abend drei Seiten vor dem Schlafen gehen ließt, aber wenn man einige Tage hintereinander ein paar Stunden Zeit hat, kann man in eine wunderbare Welt eintauchen und danach sehnsüchtig auf Band zwei warten, denn das Ende beinhaltet einen kleiner böser Cliffhanger.

Fazit: Jeder, der einen High-Fantasy-Roman mit jeder Menge Magie, vielen spannenden Charakteren und ganz ohne die üblichen Verdächtigen wie Elfen, Drachen oder Orks sucht, wird hier fündig. Purer Lesegenuss!
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