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Freak City by Kathrin Schrocke
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3320033
's review
Apr 25, 12

Read in April, 2012

Meine Meinung
Bei diesem Buch habe ich endgültig gemerkt, dass ich für manche Jugendbücher einfach nicht mehr das richtige Publikum darstelle. Ich versuche dennoch möglichst objektiv meine Meinung in Worte zu fassen.
Zunächst einmal war es die Handlung, die mich davon überzeugt hat, dieses Buch zu lesen. Ich habe noch nie ein Buch über einen gehörlosen Menschen gelesen und mir gefällt es, wenn solche Thematiken in Romane verpackt werden, sodass sie informativ sind, aber nicht wie Lehrbücher erscheinen. Was das angeht, wurde ich nicht enttäuscht. Man erfährt, wie Gehörlose ihr Leben handhaben, wie sie sich verständigen und man erfährt, wie schwierig es ist, sich als Hörender darauf einzustellen. Durch den Protagonisten Mika wurde das sehr schön verdeutlicht. Er lernt Lea kennen und möchte sie ausführen, mit ihr ins Kino gehen – was aber bei Filmen ohne Untertitel eine Schnapsidee ist. Genauso wie sein Gedanke, ihr eine Mix-CD zu machen, bis er merkt, dass das auch nicht geht. Solche Momente gab es sehr viele im Buch, wodurch man auch selbst gemerkt hat, wie schwierig es sein kann, Gehörlose in den normalen Alltag einzubeziehen. Was aber sehr gut gelungen ist: Man hat kaum Mitleid mit Lea oder den anderen Gehörlosen, die Mika kennenlernt. Die haben ihr Leben so gut im Griff und verlieren nicht den Mut, selbst wenn es mal zu Missverständnissen kommt. Im Gegenteil, Leas Charakter ist sehr lebensfroh, sehr temperamentvoll und stark. Womit wir aber auch bei meiner Kritik wären.
Die Charaktere waren durchaus interessant, aber für meinen Geschmack viel zu einfach gestrickt. Mika als Protagonist wirkte noch am authentischsten, doch leider hatte ich teilweise das Gefühl, dass die Autorin bei ihm ein wenig auf Teufel komm raus einen typischen 15-Jährigen darstellen wollte. Er hat eine Passivität an sich, die ich schon oft bei Jugendlichen in dem Alter bemerkt habe, aber teilweise wurde das meiner Meinung nach übertrieben dargestellt. Die anderen Charaktere hatten nicht die nötige Tiefe. Sandra ist die hinterhältige Ex-Freundin, Lea die tolle neue Bekanntschaft. Natürlich wurde Sandra nicht nur schlecht und Lea nicht nur gut dargestellt, aber am Ende hatte ich dennoch das Gefühl, dass diese Einteilungen stattgefunden hatten.
Mit dem Rest des Romans konnte ich mich aber gut anfreunden. Der Schreibstil ist einfach, aber passend zum Thema und ließ sich sehr schnell lesen.
Der Verlauf war vorhersehbar, wobei die Autorin das sehr geschickt gemacht hat, weil ich trotzdem immer wieder zweifelte, ob nun das passieren würde oder doch etwas anderes.

Fazit
Als „junge Erwachsene“ konnte mich das Buch nicht so sehr begeistern. Es ist im Grunde eine schöne Lektüre mit einer interessanten Thematik und sicher hätte mir das Buch vor 3 oder 4 Jahren viel besser gefallen. Daher empfehle ich es an erster Stelle einem 12- bis 16-jährigen Publikum, es sei denn, ihr habt Lust auf eine kurze und leichte Lektüre, die bis auf die angesprochene Thematik nicht besonders in die Tiefe geht.
Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.
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Reading Progress

04/06/2012 page 24
12.0%
04/07/2012 page 152
75.0% "ich glaube mit 15 hätte mir das buch richtig gut gefallen. es ist auch gut, aber man merkt, dass ich nicht mehr im richtigen alter dafür bin :D"
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