Elena's Reviews > Das Spiel der Könige

Das Spiel der Könige by Rebecca Gablé
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5264802
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Mar 14, 12

Read from February 14 to 28, 2012

England 1455: Der Beginn der Rosenkriege macht Julian unverhofft zum Earl of Waringham. Obwohl er in diesem Bruderkrieg eigentlich auf der Seite Yorks steht, sieht er sich von den Umständen sich gezwungen, für die Lancastrianer Partei zu ergreifen. Denn er ist aufgrund seiner Zwillingsschwester Blanche erpressbar und die lancastrianische Königin Marguerite weißt sich seiner Vasallentreue zu versichern. Doch das Kriegsglück ist mit Edward of March und als er die Krone für York erringt, brechen für Julian und die Seinen schwere Zeiten an …

Die Geschichte im dritten Waringham wird aus der Sicht der Zwillinge Julian und Blanche erzählt. Julian ist zunächst ein Lancastrianer wieder Willen, doch schließlich wird er einer der treusten Fechter für das Haus Lancaster. Seine Schwester Blanche begeht in einer unglücklichen Ehe eine Verzweiflungstat und flieht als Verbrecherin nach Wales. Dort wird sie von Jasper Tudor aufgenommen, den Onkel des bald darauf geborenen Richmonds. Dieser wird dereinst den Thron als Henry VII. besteigen. Doch der Weg dahin ist lang, bitter und wechselhaft, was nicht zuletzt an einen bestimmten Mann liegt: Richard of Warwick, der Königsmacher. Er versteht es. die Karten immer wieder neu zu mischen – und den Krieg damit regelmäßig neu anzufachen …

Meinung

Der dritte Teil um die Waringhams entführt in die wohl turbulentesten Zeit des englischen Mittelalter, in den englischen Bruderkrieg zwischen Lancaster und York. Mittendrin ist natürlich auch wieder ein Waringham: Julian. Dieser ist ein schwieriger Protagonist. Zum einen zweifelt er im Gegensatz zu seinen Vorfahren zunächst an Lancaster, sowohl an der Rechtmäßigkeit Thronanspruch als auch an der Eignung von König Henry. Doch diese Einstellung ist glaubwürdig, ist Henry doch schon zu Beginn der Handlung ein schwacher, frömmelnder König und Julian in seiner Jugend zum Glaube an York durch Richard of Warwick beeinflusst worden. Später hingegen setzt es sich gradezu halsstarrig für Lancaster ein, obwohl die Sache völlig hoffnungslos scheint. Zum anderen bringt es ihn Negativprodukte ein, dass er sich als Lustknabe missbrauchen lässt und auch später in seiner Ehe fremdgeht. Dies mag in der Zeit üblich gewesen sein, aber romantisch ist das nicht unbedingt. Seine spätere Ehefrau tat mir deshalb öfters leid, war sie mir doch immer sehr sympathisch. Dennoch macht dies alles seinen Charakter fraglos interessanter, wenn auch nicht uneingeschränkt sympathisch. Seine Schwester Blanche taugt ebenfalls nicht zur strahlenden Heldin, ist sie wegen ihres Pragmatismus relativ kaltblütig und lebt aufgrund ihres Verbrechen und ihrer Liebe zu Jasper ein Leben als Outlaw. Aber dennoch mochte ich die beiden Protagonisten fast immer sehr gern und es tut der Geschichte gut, dass es dieses Mal keinen makellosen Helden gibt.

Denn dieser Krieg ist schmutzig, blutig und voller Verrat. Allianzen werden ständig neugeschmiedet und wieder fallen gelassen. Brüder erschlagen ihre Brüder und ganze Familien werden gespalten über die Frage, welchem Haus die Krone rechtmäßig gehört. Damit bei all den ganzen Personal, welches allzu oft das Zeitliche auf englischen Schlachtfeldern segnet, nicht vollends die Orientierung verloren geht, hat Rebecca Gablé hier intensiv mit Spitznamen gearbeitet. So gibt es angesicht der ganzen Henrys, Edwards und anderen Namensvettern keine Verwirrung. Zwei Charaktere stechen neben den Königen und Anwärtern auf die Krone besonders hervor. Da ist natürlich zum einen Richard of Warwick, ein brillianter Machttaktiker, der nicht umsonst als Königsmacher in die englische Geschichte einging. Dadurch, dass Julian sein Knappe war, besteht eine recht enge Verbindung zwischen den beiden, die Einblicke in sein Denken ermöglicht. Und zum anderen ist Megan Beaufort zu nennen, die Mutter von Henry Tudor. Rebecca Gablé versteht es, diese bemerkenswerte Frau so zu porträtieren, dass sie trotz ihrer Schwächen - wie ihrer fehlenden Mütterlichkeit – symapthisch wirkt und ob ihrer überragenden Klugheit ehrfurchtgebietend. Doch auch andere Figuren fand ich sehr beeindruckend und geschickt eingebunden, seien hier Anne Neville und Elizabeth of York als Beispiel genannt.

Insgesamt ist dieses Buch sicherlich das brutalste Buch der Reihe, denn so viel Tod und Intrigen war selten. Die Zeit der Rosenkriege war wahrlich für keine der Seiten ein Ruhmesblatt. Am meisten schaudertes es mich vor Richard, Duke of Gloucester und späterer König Richard III. Das bekannteste Verbrechen aus dieser Zeit ist fraglos das Verschwinden der beiden Prinzen, welches bis heute nicht endgültig aufgeklärt ist. Wenn am Ende schließlich dieser Mann sein verdientes Ende findet, macht sich beim Leser Erleichterung breit: Endlich hat dieses Gemetzel ein Ende. Nur zu schade, dass auch der dritte Waringham an dieser Stelle endet.

Fazit

Ein weiterer faszinierender Opus aus der Feder Rebecca Gablés, der einen die Rosenkriege unter die Haut gehen lässt.

4,5 Sterne
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Reading Progress

02/14/2012
11.0% "Arme Blanche ..."
02/14/2012
20.0% "Hab gar keine Lust, irgendetwas anderes zu machen oder zu lesen XD"
02/14/2012
26.0% "Ich hasse das, was noch kommt ><"
02/16/2012
30.0% "Ich hasse das, was bald als nächstes kommen wird. Aber jetzt erst einmal Blanche die Daumen drücken."
02/17/2012
40.0% "Bist ein kleiner Sturrkopf, Julian."
02/17/2012
52.0% "Grad in diesem Teil würde ich ja gern für viele historische Figuren die Geschichte umschreiben *seufz*"
02/20/2012
65.0% "Hach, Anne und Edouard... nur schade, was aus ihnen wurde."
02/20/2012
71.0% "Jetzt kommt diese grauenhafte Schlacht *sigh*"
02/24/2012
80.0% "Bah, jetzt kommt der traurigste Teil. Und ich muss dringend die Rezi zu Die Hüter der Rose schreiben ..."
02/25/2012
90.0% "Kann ich erst einmal nicht weiterlesen, wenn ich vor Abschluss die Rezi zu Teil 2 schreiben will XD"
02/28/2012
100.0% "Hm, ich find das mit Richmonds Thronanspruch wird nicht gut genug geklärt."

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