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Der seltsame Fall des Benjamin Button by F. Scott Fitzgerald
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Jan 22, 12


Man schreibt das Jahr 1860: Mr. Roger Button, Präsident der Firma Roger Button & Co., stürmt in das örtliche Krankenhaus – soeben ist sein Sohn zur Welt gekommen. Doch schon an der Reaktion der Krankenschwestern merkt Mr. Button, dass irgendetwas nicht stimmt. Endlich im Zimmer angekommen, entdeckt er sein Neugeborenes. Der schockt sitzt tief – das was er da sieht ist kein Baby. In der Liege befindet sich ein Greis von etwa 70 Jahren. Der Vater hält es für eine Verwechslung – unmöglich kann dies sein Sohn sein. Aber ein Zweifel ist ausgeschlossen. Die seltsame Geschichte des kleinen Benjamin Button spricht sich schnell im Ort herum. Den Eltern ist es unangenehm. Damit Benjamin wenigstens ein bisschen wie ein Kleinkind aussieht, färben sie ihm die Haare und kaufen Kinderspielzeug. Aber Benjamin kann nur wenig damit anfangen. Er sitzt lieber da und genießt die Ruhe. In den folgenden Jahren entwickelt sich aus dem jungen Alten ein stattlicher Mann. Seine grauen Haare werden voller, das Laufen fällt ihm nicht mehr so schwer. Aber egal ob im Kindergarten, der Schule oder beim Studium, niemand glaubt Benjamin sein wahres Alter und so erntet er immer wieder Hohn und Spott. Später lernt Benjamin die scheinbar viel jüngere Hildegarde kennen – das erste Mal in seinem Leben erfährt er wahre Liebe. Die beiden Heiraten und bekommen einen gemeinsamen Sohn. Doch Benjamin wird immer jünger, während seine Frau altert. Die beiden Leben sich langsam auseinander. Irgendwann sieht Benjamin so jung aus, dass selbst sein Sohn ihn verleugnet. Schließlich entwickelt er sich zu einem Baby …

Sicherlich ist vielen von euch die Geschichte durch die Verfilmung bekannt. Auch ich habe zuvor den Film gesehen und hatte zunächst Angst, dass die Geschichte sehr ähnlich ist, aber das Gegenteil hat mich erwartet. Während im Film der kleine Benjamin direkt nach seiner Geburt weggegeben wird, bleibt er im Buch bei seiner Familie. Und so verläuft auch sein weiteres Leben ganz anders. Auf nur 66 Seiten begleitet der Leser Benjamin auf seinem gesamten Lebensweg.

Ich habe das Lesen sehr genossen. Der Schreibstil von F. Scott Fitzergerald ist wunderbar angenehm und illustrativ. Seine Erzählweise erinnerte mich fast an die eines Märchens.

Die Idee des Romans ist unheimlich spannend – ein Baby, das als Greis geboren wird und mit den Jahren jünger wird. Ein schwieriges Leben ist damit vorprogrammiert. Niemand scheint Benjamin zu lieben – nicht einmal seine Eltern. Erst durch Hildegarde lernt er wahre Liebe kennen. Aber auch dieses Glück soll nicht lange von Dauer sein. Durch den wachsenden Altersunterschied entfremden sich die beiden immer mehr. Als Benjamin auch noch von seinem eigenen Sohn verleugnet wird, kann man nur noch Mitleid mit ihm haben. Sein ganzes Leben wird er von der Ignoranz seiner Umwelt begleitet. Umso besser ist es für ihn, dass er immer jünger wird und alles um sich herum vergisst.

Fazit:
Der seltsame Fall des Benjamin Button von F. Scott Fitzgerald ist eine sehr schöne und traurige Geschichte, die man innerhalb einer Stunde durchlesen kann. Wer glaubt, dass der Roman dem Film stark ähnelt, der sollte unbedingt in dieses Buch hineinschauen.
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