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Die Radleys by Matt Haig
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7195285
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Jan 01, 12

Recommended to Bissfan by: GoldenEye
Read in October, 2011

In der englischen Kleinstadt Bishopthorpe würde niemand auf die Idee kommen, dass der Nachbar vielleicht kein Mensch ist. Man kennt sich, man passt sich an. Es gibt nur wenige Läden und die nächste größere Stadt ist meilenweit entfernt. Niemand schöpft Verdacht.
Doch was niemand weiß: Eine Familie aus ihrem Kreis ist nicht das, für das sie sich ausgibt.


Der leichte Schreibstil des Autors passt sehr gut zur Geschichte, dadurch kommt die richtige Stimmung auf und man findet sich schnell in die Story ein. Die Kapitel sind meist nur ein bis zwei Seiten lang und auch die Schriftgröße erinnert an ein Jugendbuch, so dass man es leicht an einem verregneten Nachmittag im Bett durchlesen kann.

Die Geschichte wirkt am Anfang noch ruhig und es kommt eine entspannte Atmosphäre auf, man rechnet mit einem lustigen, etwas anderen Vampirbuch. Nun, anders ist es auf jeden Fall.
Auf den ersten hundert Seiten erfährt man alles über die Radleys, ihre Lebens- und Ernährungsweisen und die Kleinstadtbewohner.
Erst gegen Ende, so scheint es, wird es spannender. Als die Kinder erfahren, was sie wirklich sind und der Bruder des Vaters plötzlich auftaucht, nimmt die Geschichte Gestalt an. Plötzlich geht es nicht nur um die Kinder, sondern das ganze Leben der Radleys wird auf den Kopf gestellt und droht verraten zu werden.

Die Charaktere sind sehr authentisch und glaubwürdig. Sie entsprechen nicht den „vegetarischen“ Vampiren, sondern eher einer Mischung aus den Cullens und Dracula. Sie versuchen, sich mit rohem Fleisch auf den Beinen zu halten, können ihrem Durst auf Menschenblut aber nur schwer widerstehen.
Rowan zum Beispiel, der jüngste Sohn der Familie, ist verunsichert und melancholisch. Er schreibt Gedichte, um sich so den Frust von der Seele schreiben zu können.
Clara, die Tochter der Radleys, ist das genaue Gegenteil ihres Bruders. Sie unternimmt viel mit ihren Freundinnen und ist beliebt in der Schule.
Ihre Eltern leben in ständiger Angst, ihre Kinder könnten Verdacht schöpfen und eines Tages zu dem werden, was sie wirklich sind.
Besondere Fähigkeiten, wie sie in den meisten Vampirbüchern vorhanden sind, haben die Radleys und ihre Artgenossen aber nicht. Zwar können sie fliegen, aber nur, wenn sie sich von Menschenblut ernähren.

Das Ende des Buches ist dann aber doch zu viel des Guten. Der Showdown hoch oben in der Luft wirkt zu sehr an den Haaren herbeigezogen und unrealistisch, da er sehr plötzlich und ohne jeden Zusammenhang passiert.


Das Buch ist etwas für alle, die mal ein etwas anderes Vampirbuch zwischendurch lesen möchten. Mit seiner lustigen Schreibweise und authentischen Charakteren hat Haig ein Buch geschrieben, das unter all den anderen Vampirbüchern hervorsticht.
Durch den lockeren und witzigen Schreibstil des Autors liest sich die Geschichte leicht und locker weg; die Charaktere werden mit den passenden Worten umschrieben und so lernt man sie verstehen, warum sie in manchen Situationen so oder so reagieren.
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