Kathy's Reviews > Mord ist kein Kinderspiel

Mord ist kein Kinderspiel by Alan Bradley
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Oct 26, 11

bookshelves: all-time-favorites
Read from October 17 to 25, 2011

Zum Inhalt: Auch im zweiten Teil kommt es im beschaulichen englischen Dörfchen Bishop's Lacey zu einem grausamen Mord, mit dessen Aufklärung die kleine Polizeibehörde vor Ort überfordert scheint. Der Puppenspieler Rupert Porson wird quasi live vor seinem Publikum auf der Bühne ermordet und zunächst scheint niemand so richtig ein Motiv zu haben. Doch auch hier deckt Flavia wieder mit ihrem messerscharfen Verstand die Hintergründe auf.

Meine Meinung: Ich mag eigentlich solche platten Sprüche nicht, aber über die Flavia de Luce-Reihe kann sogar ich getrost sagen, dass sie mir ein Mordsvergnügen bereiten. Flavia ist herrlich trocken und nüchtern und stellenweise wirklich makaber. Besonders für ein noch nicht einmal elfjähriges Mädchen. Ihre Hobbies bestehen hauptsächlich aus Giftmischen und -mord. Überhaupt findet sie alles super, was mit Chemie zu tun hat - und das ist eigentlich alles. Wenn es dabei auch noch um Mord und sonstige Grausamkeiten geht, ist sie sofort dabei. Und das mit einem geradezu morbiden Interesse. Trotzdem schließt man sie gleich ins Herz, denn man erfährt auch immer etwas über die Hintergründe. Sie wohnt mit ihrem Vater - ein passionierter Philatelist - und ihren beiden Schwestern - zwei echte Zicken - auf Buckshaw, einem Anwesen in Bishop's Lacey, welches sie allerdings aufgrund der schwachen Finanzlage ihres Vaters ständig zu verlieren drohen. Ihre Mutter ist gestorben, als sie noch klein war, ihr Vater hat eigentlich nie Zeit für seine Kinder und ihre Schwestern sind sowieso der reine Horror und ziehen sie ständig damit auf, dass sie der Grund für den Tod ihrer Mutter war. Da ist es wohl kein Wunder, wenn ein Mädchen...naja, sagen wir mal etwas zynisch wird. Alan Bradley findet da allerdings genau den richtigen Mittelweg, sodass man Flavia als sehr liebenswert empfindet trotz ihrer seltsamen Hobbies, aber auch nicht in Mitleid für sie versinkt. Denn das hat sie eigentlich gar nicht nötig.

Aber nicht nur die kleine Protagonistin und ihre seltsame Familie bereiten einem hier Freude. Denn Bishop's Lacey hat eine ganze Menge recht skurriler Charaktere zu bieten, die alle ein Teil des Puzzles zu besitzen scheinen, welches Flavia langsam zusammenfügen muss, um auch diesen Fall zu lösen. Dabei fast es an einer Stelle einer der Polizeibeamten sehr gut zusammen. Als der Inspektor ihn fragt, warum er und seine Kollegen nicht zu diesem Schluss kamen, antwortet er: "Weil wir nicht Miss de Luce sind!" Denn Flavia versteht es wunderbar, sich in die Herzen ihrer Nachbarn und Bekannten zu reden und so erzählen sie ihr quasi nebenbei Dinge, die die kleine Detektivin bei der Aufklärung des Mordes sehr gut gebrauchen kann.

Insgesamt war mir im zweiten Teil der Vorspann einen Tick zu lang. Obwohl das Buch an sich mit 350 Seiten gar nicht so dick ist, dauerte es für mich schon sehr lang, bis überhaupt ein Mord geschah. Zwar könnte ich wahrscheinlich auch ein komplett ereignisloses Tagebuch von Flavia lesen und mich köstlich amüsieren, aber wenn man ein Buch dieser Reihe liest - besonders bei DEM Titel -, weiß man ja, dass es früher oder später einen Mord geben wird und dadurch wartet man natürlich schon fast ungeduldig darauf. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass man am Ende etwas mehr über das Schicksal von Nialla, Ruperts Gehilfin, erfährt. Die Aufklärung des Mordes an sich ist wieder richtig schön spannend und skurril. Natürlich wirkt es bei solchen Krimiserien immer etwas verwunderlich, was plötzlich so alles in so einem kleinen Dorf wie Bishop's Lacey vor sich geht. Gleich zwei Morde in so kurzer Zeit und die ganzen Zusammenhänge, die sich bei deren Aufklärungen ergeben, sind natürlich auch sehr große Zufälle. Aber von so etwas leben ja auch gerade englische Krimis. Klar könnte man hier die Handlung auch in größere Städte wie London, Manchester oder Birmingham verlegen. Aber dann gehen auch wieder so herrliche Charaktere wie Mrs Mullet, die geschwätzige Haushälterin der de Luces, oder Miss Cool, die ein Postamt mit Süßigkeitengeschäft betreibt, verloren. Solche britischen Originale findet man nämlich eigentlich nur noch in kleineren Städtchen. Auch zu Flavias Zeit schon, denn die Serie spielt sich kurz nach dem zweiten Weltkrieg ab, in diesem Fall 1950. In diesem Fall kann ich also wirklich nur sagen, dass diese Zufälle mir zwar auffallen, aber mich nicht stören.

Ich kann nur sagen, dass mich der zweite Teil, trotz ein paar Schwächen, genau so begeistert hat wie der erste. Jetzt kann ich es kaum erwarten, den nächsten in die Finger zu bekommen!

Diese und weitere Rezensionen findet ihr auch auf meinem Blog: http://rabbitholereading.blogspot.com
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10/18/2011 page 44
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