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Love You Hate You Miss You by Elizabeth Scott
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Aug 20, 11

Read in August, 2011

Klappentext:
Julia ist nicht mehr da. Julia, der umschärmte Mittelpunkt jeder Party, die alle Schwierigkeiten einfach weglachte. Julia, die aus einem Unterrock ein tolles Kleid zaubern konnte und sich immer in die falschen Typen verliebte. Julie, die Amys beste Freundin war.
Warum hat Amy den Unfall überlebt und Julia nicht? In ihrer Verzweiflung beginnt Amy, ihre Gefühle zu Papier zu bringen. Und plötzlich steht die Frage im Raum, was in der Unglücksnacht wirklich geschah ...

Meine Meinung:
Es gibt Bücher, bei denen man ewig etqas dazu schreiben könnte und das hier ist so eines.
Das Buch ist sehr aufwühlend und hat mir sehr widersprüchliche Gefühle entgegen gegbracht. Einerseits wollte ich es an manchen Stellen einfach abbrechen, andererseits hat mich dann die Trauerverarbeitung und das Erwachsenwerden von Amy festgehalten. Teilweise habe ich echt überlegt, dem Buch nur 3 von 5 Punkten zu geben. Aber am Ende des Buches war mir klar, dass es seine volle Punktzahl verdient hat. Denn es ist eindeutig kein fröhliches Buch, dass einen mitreißt, sondern eines, dass einen irgendwie auch selbst mit in die Teifen zieht aber dann auch wieder mit hoch nimmt.
Was mich öfters mal genervt hat, war, dass Amy sich selbst als "Mörderin" sieht und sich andauernd und überall die Schuld für Julias Tod gibt. Dabei war es einfach ein Unfall und Unfälle passieren einfach. Ich kann mir natürlich vorstellen, dass es einen sehr zu schaffen macht, aber in dem Ausmaß wie im Buch ... ich weiß nicht, aber an manche Stellen habe ich Amy einfach nur schütteln und ihr sagen wollen, dass sie endlich aufhören soll sich selbst die Schuld zu geben und ihr Leben wegzuwerfen und ihre zweite Chance nutzen, die sie bekommen hat.
Das Buch beginnt mit einem Brief von Amy an Julia, ihre verstorbene beste Freundin, in dem sie sich für alles entschuldigt. Bis ungefähr zur Mitte gibt es regelmäßig nach jedem Kapitel einen Brief an Julia, aber dann beginnt Amy sich endlich auch mal um ihr eigenes Leben zu sorgen, statt nur Julia nachzutrauern, denn davon wird auch nichts mehr ungeschehen gemacht. Ab da werden die Briefe dann auch seltener, sind aber trotzdem noch ein wichtiger Bestandteil des Buches.
Amy hat sehr wenig Selbstbewusstsein, deswegen flüchtete sie sich auf Partys immer ins Trinken, um ihre Größe und ihre roten Haare zu vergessen. Auch die Freundschaft zu der beliebten und selbstbewussten Julia, hilft ihr ihre eigenen Probleme zu vergessen. Denn diese Freundschaft ist nicht nur super, wie sich herausstellt, sondern hat auch ihre schlechten Seiten, die Amy aber nicht wahrhaben will. Sie sieht in Julia einen Engel, der alles macht und schafft was er will und dazu noch ihre beste Freundin ist. Diese Seite der Trauerverarbeitung lässt sich im Titel des Buches als "Love You" wiedererkennen. ("Mag sein, dass ich damals betrunken war, dass ich ohne festen Boden unter den Füßen durchs Leben schwebte, aber es war wirklich. Ich war wirklich. Und du, du vor allem.")
Danach folgt "Hate you", denn Amy wird klar, dass Julia nicht immer nur ein Engel war. Sie beginnt sie zu hassen, dafür, dass sie nicht überlebt hat, dafür, dass Amy nun alleine mit allem klar kommen muss. In diesem Abschnitt der Trauer, beginnt sie auch wieder ihr eigenes Leben zu leben, findet wieder eine Freundin und nähert sich wieder ihren Eltern an. ("Aber Julia, ich kenne dich und "leidtun" ist ein Wort, dass du nie über die Lippen gebracht hättest.")
Als sie wieder ein eigenes Leben aufgebaut hat, fällt es ihr leichter an Julia zu denken. Hier kommt der letzte Teil der Trauerverarbeitung, "Miss you".
Amy hat sich im Buch sehr stark weiterentwickelt. Zu Beginn war sie ein Mädchen, dass Alkohol trank um ihr Selbst zu vergessen, damit sie anders sein konnte. Am Ende ist Amy zu einer eigenständigen Person geworden, trotzdem hat sie noch mit vielem zu kämpfen, aber es ist ein reisen Unterschied zum Anfang!
Die Sprache ist sehr direkt, es gibt keine belanglosen Füllwörter, sondern Amy denkt und redet geradeaus und ohne Umschweife. Das hat mir sehr gefallen. Denn es hat zur Geschichte gepasst, die ebenfalls nicht verschönert wurde. Aber auch keine Moralpredigt war.
Zum Schluss möchte ich noch das schöne Cover loben, ebenso wie den Titel, denn er beschreibt das Buch perfekt!

Mein Fazit:
Unbedingt lesen! Es ist kein gewöhnlicher Jugendroman, sondern tiefgründig und auch deprimierend an manchen Stellen. Aber er gibt auch neuen Mut und Hoffnung, dass man es schaffen kann. Es geht nicht nur um den Verlust einer nahestehenden Person (in diesem Fall die beste Freundin), sondern auch um Enttäuschung, Wut, Trauer, Alkohol, Erwachsenwerden, Probleme. Ich glaube, der Roman wird dem Leser auch noch Tage danach in den Gedanken herumspuken, denn er ist sehr aufwühlend. Außerdem regt er zum Nachdenken an.
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