StefanieEmmy's Reviews > Darker Still

Darker Still by Leanna Renee Hieber
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Jan 15, 12

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Read from January 12 to 15, 2012

"Dorian Gray" meets "Jekyll and Hyde" - davon lässt man sich doch gerne ködern, nicht wahr? Ganz so atmosphärisch und schauerhaft ist "Darker Still" aber nicht, obwohl es durchaus seine faszinierenden Seiten hat.

Eine große Überraschung hat mich gleich auf den ersten zwei Seiten erwartet: Protagonistin Natalie Stewart ist stumm und auf Papier und Stift, manchmal auch auf Zeichensprache (wenn sie denn mal jemanden trifft, der sie beherrscht), angewiesen. Sie hatte keine leichte Kindheit, keine Freunde, aber trotzdem eine offene Erzählstimme. Dennoch, ich musste mit Natalie erst zusammenwachsen, was sich etwas mühsam gestaltete. Ich fand es am Anfang wirklich schwierig, sie richtig einzuschätzen - ist sie nur sehr zynisch oder sehr überzeugt von sich selbst und ihrer Wirkung auf Männer? Zudem präsentiert sie sich trotz ihrer persönlichen Erzählungen monoton und eindimensional. Später gewinnt ihr Charakter aber doch noch etwas Tiefe.

Das beste an "Darker Still" ist meiner Ansicht nach nicht die Protagnistin (oder die anderen Charaktere, wenn wir schon dabei sind), sondern die Handlungselemente, die an Klassiker wie "Dorian Gray" und "Jekyll and Hyde" erinnern, ohne die bekannten Werke zu kopieren.
Die Autorin schafft es wirklich, das Gemälde Lord Denburys vor dem Auge des Lesern heraufzubeschwören - unglaublich, was sich alles beschreiben lässt. Nicht ganz verständlich hingegen was für mich Natalies überschwängliche bzw. überbeeindruckte Reaktion auf das Bild. Das konnte ich einfach nicht ganz nachvollziehen, was aber bestimmt ein sehr persönlicher Eindruck ist.

Zur Liebesgeschichte möchte ich nur so viel sagen, dass sie zwar sehr schön zu lesen ist, mich aber nicht vollkommen überzeugt hat - vom Hocker gerissen hat sie mich gewiss nicht. Solide beschreibt die Beziehung zwischen Natalie und Lord Denbury wohl recht gut.

Was den Erzählstil angeht, so liest man mit "Darker Still" das Tagebuch einer 17-Jährigen, abgelöst von einigen Zeitungsartikeln, Briefen und Polizeiakten. An und für sich finde ich dieses Konzept gut, nur habe ich für mich selbst festgestellt, ein anderer Stil hätte der Geschichte besser getan. Vor allem ohne das Tagebuch, das einfach ein wenig kindisch rüber kommt - dazu sei gesagt, dass ich Tagebuchgeschichten generell nicht viel abgewinnen kann.

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"Darker Still" ist ein durch und durch solides Buch ohne großartige Komplikationen. Über einige wenige Logiklücken gilt es hinwegzusehen, aber sonst bietet sich und eine Handlung, die an den richtigen Stellen an "Dorian Gray" erinnert, aber trotzdem ihre Eigenständigkeit behält.
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Reading Progress

01/15/2012 page 50
16.0%
01/15/2012 page 260
82.0% "Bisher bin ich geteilter Meinung. Mal sehen was das Ende bringt ..."

Comments (showing 1-7 of 7) (7 new)

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message 1: by Aurora (new) - added it

Aurora  Fitzrovia Oh, du liest es :D Da bin ich mal gespannt, wie es dir gefällt^^


StefanieEmmy Hab erst 5 Seiten xD Aber wusstest du, dass die Protagonistin stumm ist? Hab ich bisher gar nicht mitbekommen O.O


message 3: by Shiku (new)

Shiku StefanieEmmy wrote: "Aber wusstest du, dass die Protagonistin stumm ist? Hab ich bisher gar nicht mitbekommen O.O"

Und prompt ist das Buch von Interesse. o_o


message 4: by Aurora (new) - added it

Aurora  Fitzrovia Stumm?! O_O Nee, das ist mir neu. (Und wird dadurch gleich interessanter)


StefanieEmmy Ich les es vermutlich morgen (heute noch rauf auf den Berg, da liest es sich schlecht :D), dann kann ich euch mehr sagen :)


message 6: by Aurora (new) - added it

Aurora  Fitzrovia Ah, das ist sehr aufschlussreich, vielen Dank! Ich glaube, ich lass das noch ein wenig auf meiner Wunschliste, mit Priorität weiter unten ;)


Kathriona Ich würde deine Rezi im Großen und Ganzen glatt unterschreiben. Mit Natalie hatte ich am Anfang auch Probleme, da ich ihr Verhalten gegenüber dem Kollegen ihres Vaters nicht einschätzen konnte (arrogant oder nicht?)und ihre Reaktion auf das Bild ziemlich heftig fand. Gegen Mitte wurde sie mir dann aber immer mehr sympathisch durch ihren Tatendrang und ihren Mut. Die Liebesgeschichte hatte schon etwas leicht Kitschiges (Stichwort Heilung), aber insgesamt habe ich das Buch wegen seiner ungewöhnlichen, düsteren Atmospähre, der interessanten Idee mit einer stummen Heldin, dem historischen Setting und der Spannung doch gern gelesen. Und irgendwie haben Denbury und Natalie doch eine gewissen Chemie zusammen :-)


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