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Sorry by Zoran Drvenkar
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5126624
's review
Mar 14, 11

bookshelves: read-2011, genre-mystery-and-thrillers, mine-books, s-standalone
Read in March, 2011

Dieser Thriller hat es in sich und ist in mehr als einer Hinsicht ungewöhnlich.

Der Inhalt spielt sich nicht in der zeitlichen Reihenfolge ab, sondern wechselt immer wieder zwischen „davor“ und „danach“ ab. Genau dieser Aspekt trägt einen großen Teil zur Spannung bei, da der Leser völlig im Unklaren ist, was genau das dazwischen ist. Alle Handlungsstränge scheinen auf einen ganz speziellen Moment, auf ein wichtiges Ereignis hinzuarbeiten, beziehungsweise sind sie der Ausklang dessen, was irgendwann geschah.
Immer wieder werden sehr erschreckende Details sehr ausführlich beschrieben, so dass es einem manchmal eiskalte den Rücken hinunterläuft.
Als Leser stellt man ständig verschiedenen Vermutungen an bezüglich des Täters und vor allem dessen Motiv, die jedoch schnell immer wieder über den Haufen geworfen werden, durch neue Erkenntnisse.
Auch wenn im groben schon vor dem Ende klar ist, wieso die Morde begangen wurden und von wem, so hält das Ende trotzdem noch die ein oder andere Überraschung bereit und ist mehr als spannend bis zur letzten Seite.

Die Wahl der Perspektive war mehr als ungewöhnlich, denn auch diese vollführt einen immer wiederkehrenden Wechsel, je nach Erzählstrang. Sehr ungewohnt war dabei, dass es Teile gibt, in der man als Leser als Du angesprochen wird, so dass man gespannt verfolgt und auf die Auflösung hin fiebert, mit wem man selbst an dieser Stelle immer wieder identifiziert wird.
Dann gibt es wiederrum Teile, die aus der Ich-Perspektive beschrieben sind. Auch bei diesen ist wieder unklar, von welcher Person sie geschildert werden und heben die Spannung somit ebenfalls an.
Bleiben die übrigen Textstellen, die überwiegen, welche durch einen Erzähler dargestellt werden. Hier geht es vor allem um die Geschehnisse, die die vier Freunde erleben.

Bei den vier Freunden handelt es sich um Charaktere, die verschiedener nicht sein könnten und die sich so alle perfekt ergänzen. Leider war mir deren Handeln an mancher Stelle eher weniger nachvollziehbar, sie machen sich zu wenige Gedanken um die Auswirkungen ihrer Taten und scheinen kein großes Problem mit einer Leiche und einem Mord zu haben. Ausnahme dabei ist Frauke, welche mir am realistischsten war. Mit ihr konnte ich mich schnell identifizieren, da sie so handelte, wie ich es von mir selbst erwarten würde.
Bis auf die Tatsache, dass sie mir teilweise zu unrealistisch handeln, hat es mir gefallen, wie tiefgehend sie beschrieben werden. Zu Anfang lernt man jeden einzelnen nach und nach kennen und kann sich so einen Eindruck machen. Dabei spielten auch gewisse Dinge ihrer Vergangenheit eine Rolle für die Geschehnisse in der Gegenwart.

Der Schreibstil selbst ist vollkommen fesselnd. Schon während der Einleitung, die noch absolut unspektakulär von statten geht, war ich schon vollkommen in das Buch vertieft und konnte es kaum noch zur Seite legen.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, handelt es sich hier um einen wirklich packenden Thriller, dessen Beschreibungen in Bezug auf Mord dem ein oder anderen doch etwas zu detailliert und grausam sein könnten.
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