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Die Katastrophe by Krystyna Kuhn
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Die Katastrophe – Krystyna Kuhn
Teil 2 von 4 (Das Tal, Season 1)
Deutsche VÖ: August 2010, Arena


Nachdem ich vor ein paar Monaten Teil 1 der Tal-Reihe beendet hatte, habe ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet, auf neue Rätsel und endgültige Auflösungen. Die Katastrophe hat genau das abgeliefert – vieles wurde erklärt, aber auch einiges verschleiert.

Themen
Geheimnisse, Extremsportarten, Freundschaft

Inhalt
Katie möchte den Ghost besteigen, den größten Berg im Grace Valley. Da sie alleine nicht dazu in der Lage ist, trommelt sie ihre Freunde zusammen. Jeder der Mitbesteiger hat seine ganz eigenen Gründe sich auf den gefährlichen Weg zur Spitze zu begeben. Insgeheim hoffen aber alle mehr über die vor 40 Jahren verschwundenen Studenten zu erfahren. Werden sie die Spitze des Gletschers erreichen? Gibt es dort überhaupt die Antwort auf all ihre Fragen? Und was viel wichtiger ist – hätte Katie auf die Warnung, dass dort oben jemand sterben wird, hören sollen?

Rezension
Die Besetzung der bekannten Achter-Clique wird ziemlich schnell auf 5 reduziert und um 2 ergänzt. Die neuen Charaktere bringen mehr Mysteriöses ins Spiel während die Zurückgelassenen leider ins Vergessen geraten. Ich vermute, dass sie dafür in den zukünftigen Teilen mehr Spielraum erhalten werden.

Diesmal werden die Geschehnisse größtenteils aus Katies Sicht geschildert. Ein willkommener Wechsel, da ich so auch Einblick in ihre Vergangenheit bekommen habe. Ich fand es super interessant mal jemand anderes aus der „Grace Clique“ kennen zu lernen. Katie ist Julia in Sachen Verbissenheit und Angst eigentlich sehr ähnlich, obwohl sie sich diese noch viel weniger anmerken lässt als Julia. Katie möchte am liebsten auf niemanden angewiesen sein und doch kann sie ihr großes Ziel – den Gipfel des Ghosts zu erreichen – nur mit Hilfe der anderen erreichen. Es ist interessant zu beobachten wie Katie mit den anderen umgeht, wie diese auf ihre harte Schale reagieren und auch wie sich ihr Bild von den anderen während des Romans ändert.
Spannenderweise hatte ich nach dem Lesen das Gefühl Katie viel näher zu sein als damals Julia nach Das Spiel. Dabei ist Katie doch die Unnahbare. Vielleicht gerade weil man in Die Katastrophe ihre Wandlung mitverfolgen kann, wie sie doch überlegt mal Vertrauen zu anderen Menschen zu fassen. Julia ist und bleibt ein wenig launisch und sehr uneinig mit sich selbst, was zu ihrem Hintergrund passt.

Von den männlichen Charakteren kriegt man eigentlich nur durch Katie das ein oder andere mit. Für die Zukunft wünsche ich mir sehr auch mal einen intensiveren Blick in ihre Köpfe werfen zu können. Ist David so ein Samariter wie er vorgibt? Warum ist Chris immer so aufbrausend? Und wie viel steckt wirklich hinter Benjamins großer Klappe?

Wie gesagt steht Die Katastrophe dem ersten Tal-Band in Sachen Spannung in Nichts nach. Vom ersten Absatz an wurde ich wieder von der geheimnisvollen Atmosphäre des Grace Colleges gefangen genommen. Dazu endet fast jedes Kapitel mit einer kleinen Überraschung, die kaum eine Lesepause zulässt.

Im Gegensatz zu Band 1 hat mir in Die Katastrophe die Streuung der Informationen besser gefallen. In Das Spiel bekommt man zwar auch immer wieder ein paar Happen zugeworfen, aber was es wirklich mit Julias Vergangenheit auf sich hat, erfährt man erst ganz am Schluss. Über Katie weiß man zwar auch nicht von Anfang an Bescheid, aber das Bild über ihr dunkles Geheimnis fügt sich hier wesentlich schneller zu einem logischen Geschehnis zusammen.
Am Ende bleiben natürlich trotzdem genug Fragen offen, die richtig neugierig auf den kommenden Band machen. Alle, die noch nicht mit der Reihe begonnen haben, sollten sich vielleicht überlegen den Lesespaß erst nach Erscheinen aller vier Titel zu beginnen.

Einen etwas heiklen Punkt fand ich das ganze Bergsteigen. Ich als Sportmuffel kann daran absolut nichts finden und habe auch dementsprechend wenig Ahnung von der Substanz. Zu Gute halten muss ich Krystyna Kuhn, dass ich mich trotz der Bergbegehung nicht gelangweilt habe. Die Passagen, die den tatsächlichen Aufstieg beschreiben, sind kurz und prägnant ohne zu langweilen. Noch besser hat mir gefallen, dass die Truppe zuerst sogar durch den Berg und nicht über ihn muss. Höhlenwandern finde ich wesentlich spannender, da ich mir die Beklemmung darin viel besser vorstellen kann und so eine dunkle, enge Höhle wirklich gut gruselige Atmosphäre erzeugt.
Das Problem, das ich mit dem ganzen Bergerklimmen hatte, war wie gesagt mein Unwissen. Viele Dinge konnte ich mir partout nicht vorstellen. Ich weiß weder wie ein Steigeisen aussieht noch wie man einen Gletscher besteigt. Bei dem in die Wand eingelassenen Pfeiler ist meinem Kopfkino der Film gerissen. Zum einen ist das wie gesagt meine eigene Schuld, zum anderen finde ich, dass die Autorin diese Stellen bildhafter hätte beschreiben müssen. Ich denke nicht, dass die Mehrheit der jugendlichen Leser Ahnung vom Bergsteigen hat oder so etwas gar schon selbst getan hat. Die Atmosphäre auf den luftigen Höhen des Bergs oder dem frostigen Gletscher kam dafür super rüber.

In Sachen Dialoge schwächelt Die Katastrophe leider ein wenig. Gerade wenn David etwas sagt, kam es mir oft hölzern und unnatürlich vor. Von den sprachlichen Aussagen abgesehen ist alles passend und ohne überflüssigen Ballast formuliert.

Zusammenhang
Teil 2 der Tal-Reihe leidet nicht an der Nachfolger-Schwäche. Durch den Sichtpunktwechsel kommt einem das Buch auch nicht so sehr wie eine Fortsetzung sondern mehr wie das Kennenlernen einer neuen Figur aus dem gleichen Universum vor. Mir hat es sehr gefallen, mehr über Katie zu erfahren und trotzdem Julia nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Denn auch aus ihrer Sicht wird das ein oder andere Kapitel beschrieben. Ich bin wirklich gespannt durch wessen Augen wir in Band 3 und 4 die Geheimnisse aufdecken können. Wie wäre es mit Robert? Es wird doch auch mal Zeit für einen Jungen.

Offene Fragen
Was hat es mit Paul auf sich?
Haben Benjamin, David oder Chris auch Personen auf dem Foto wiedererkannt?

Fazit
Tip top Fortsetzung. Es bleibt dank einer neuen Erzählperspektive abwechslungsreich und auch der Spannungsbogen ist vom ersten Kapitel an wieder gespannt. Ich warte neugierig auf den nächsten Band, der im November erscheinen wird.

[4 STERNE]

Optische Gestaltung
Vom Design her gleicht der zweite Band seinem Vorgänger fast eins zu eins. Lediglich die Farbe hat sich von Knallpink in Neonorange geändert und bildet genauso einen augenunfreundlichen, aber superstylischen Kontrast wie schon Das Spiel.

Trivia oder was ich aus diesem Buch gelernt hab
Im Bergsteigen wäre ich eine absolute Niete.

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Reading Progress

09/20/2010 page 153
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Comments (showing 1-1 of 1) (1 new)

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Muphyn Am besten finde ich deine Bemerkung am Ende (was ich aus dem Buch gelernt hab)! :D


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